Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
125
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Neunzehnte Nacht. 125

Da hast du wieder," o Herr, fuhr Chansade fort,eine von den zahlreichenRänken der Männer."

Der Kaiser, den diese Erzählung wieder aufgeregt hatte, gab sogleich Befehl,Nourgchan zu tödten.

So herrschten wechsclsweise bald die Vesire, bald die verschlagene Chansade vierzigTage lang über Sindbads Gemüth. Am einundvierzigsten Tage, nach Sonnenaufgang,bestieg Sindbad seinen Thron, erthcilte dem Nachrichter seine Befehle und ließ seinenSohn vorführen. Auch die vierzig Vesire ließ er gefangen nehmen und sie gebunden vorsich führen. Der Nachrichter verband Nourgehan die Augen mit einem Tuche undfragte den Sultan zweimal, ob er zuhauen solle? Nachdem der Kaiser es bejaht hatte,sprach er:Mächtiger Herrscher, befiehl es mir noch zum drittenmale, erwäge es wohl,daß eine zu späte Neue nicht wieder gut machen kann, was du mir jezt befiehlst."

Der Kaiser wollte eben seinen Befehl an den Nachrichter wiederholen, als Ab »Ma-scha r, No ur geh ans weiser und erfahrener Lehrer, erschien. Sogleich ergriffen ihn desKönigs Leibwachen und führten ihn so schnell vor Sindbads Thron, daß seine Füßekaum die Erde berührten.Elender," rief Sindbad ihm zu,mit deinem Kopfe sollstdu dafür büßen, daß deine treulosen Rathschläge meinem Sohn ein so hartnäckigesStillschweigen auflegten."Ja, mächtiger Herrscher," erwiderte Abumaschar,deinSohn mußte vierzig Tage lang ein unverbrüchliches Stillschweigen beobachten, um harteUnfälle zu vermeiden, welche die Gestirne ihm drohten. Doch jezt ist diese vcrhängniß-volle Zeit abgelaufcn und er darf wieder reden."

Sogleich nahm man Nourgehan die Binde von den Augen und nun erzählte erden Hergang der Sache zwischen ihm und seiner Stiefmutter. Er berief sich auf dieAussagen der Dienerinnen Chansadens, welche bekannten, daß sie hinter einer dünnenWand alles gehört hatten.

Da bereuete Sindbad aufrichtig Alles, was er gethan hatte, er ließ seinen Sohnzu seiner Rechten sitzen, küßte ihm die Augen und erlaubte auch den vierzig Vesiren, seineHände und seine Knie zu küssen. Sie legten die Trauergewänder ab, welche sie dievierzig Tage hindurch getragen hatten und kleideten sich in prächtige Stoffe, die Sind-bad unter sie vertheilen ließ.

Chansade aber wurde hingerichtet'.

Schehersad bemerkte hier den Tag und schwieg; in der folgenden Nacht fuhr sie fort:' Hier endet die Geschichte der vierzig Vesire, nach fremder Quelle.