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N e u n ) e h n t e N a ch t.
Als der Kaiser am Abend in Chansadens Gemach trat, hielt sie ihm eine Schale,mit Gift gefüllt, vor und sprach zu ihm also: „Wenn du, o Hcrr, mir nicht Gerechtigkeitverschaffen willst, so schwöre ich dir, ich werde dieses Gift trinken, und du wirst diesesVerbrechen einst vor dem Throne des höchsten Gottes zu verantworten haben. DeineVesire, ich weiß es gar wohl, suchen dich zu schrecken, indem sic dir Märchen von derArglist meines Geschlechts erzählen, aber die Falschheit der Männer ist wahrlich nichtweniger gefährlich; zum Beweise davon berufe ich mich nur auf die Geschichte des Malers^ von Jspahan."
Da der Kaiser Chansade bat, ihm diese Geschichte zu erzählen, so begann sie fol-^ gendermaßen:
Geschichte Mahmuds.
Ein Maler sah eines Tages bei einem seiner Freunde das Bild einer Frau, in^ welche er sich leidenschaftlich verliebte; er ruhte nicht eher,, als bis er erfuhr, wo die-I jenige wohne, welche als Urbild des Bildnisses gedient hatte. Man sagte ihm, es sepen! die Züge einer berühmten Sängerin des Großvesirs, des Beherrschers von Persien. Als-^ bald begann Mahmud, so hieß der Maler, seine Reise nach Jspahan und gönnte sich- weder Rast noch Ruhe, bevor er dort angekommcn war. Er nahm seine Wohnung bei