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verlassen hatte, so las auch er die Zauberformel und bemächtigte sich desselben und ließ dieSeele eines Sklaven seinen eigenen Leib cinnehme». Der Sultan, als er die Treulosigkeitseines Vcsirs sah, war außer sich vor Schmerz und Zorn, und flog hinweg, ganz verwirrt,von ihm so angeführt zu scpn. Indessen nahm der Vesir die Herrschaft des Reichs inBesitz und trieb sogar die Frechheit so weit, daß er es wagte, in den Harem seinesHerrn cinzudringen.
Der arme Papagei entschloß sich, nach langem Umherirren, in das Haus eines Gärtnerszu fliegen. Er ließ sich fangen, in einen Käfig setzen und auf den Markt bringen. Da ersehr geläufig und gut sprach, und alle Umstehenden durch seine vernünftige Rede in Erstaunensezte, so wollte ihn Jeder besitzen, und man überbot sich wechselseitig. Zulezt wurde seinPreis so hoch gesteigert, daß nur die Königin einen so kostbaren Bogel kaufen konnte.
Er wurde also in den Harem gebracht und man sezte ihn in das Schlafgemach derKönigin. Hier aber widerfuhr dem armen Papagei der Schmerz, daß er es mit ansehcnmußte, wie gegen Mitternacht sein schändlicher Vesir kam um sich mit der Königin zuvergnügen, währender, auf einer Stange seines Käfigs sitzend, seinen Verdruß hinabwürgenmußte. Am folgenden Morgen plauderten der Vesir und die Königin mit einander undder Papagei hörte alle ihre Reden mit an. „Weißt du," sagte der Vesir, „daß ich dieMacht habe, mich in den Körper eines jeden todtcn Thieres zu versetzen?" —„O Herrund Gebieter," erwiderte die Königin, „eine solche Verwandlung sehe ich sehr gern, ichbitte dich, versage mir nicht ein solches Vergnügen." Da ließ der Vesir eine todte Gansherbeibringcn und versezte sich in sie. Alsbald sprach der in einen Papagei verwandelteKönig auch seine Zauberformel aus und kehrte wieder in seinen Leib zurück; dann ergriffer die Gans und zerschmetterte ihren Schädel an der Wand. „O Herr," rief die Kö-nigin aus, „in welche Wuth bist du gerathcn, und warum entbrennt dein Zorn so sehr?"
Sehr groß war ihr Erstaunen und ihre Beschämung, als ihr Gemahl ihr seingrausames Mißgeschick erzählte.
„Du siehst, o Herr," fügte Chansade hinzu, „welches Vertrauen man in einenVesir setzen muß." Und sie suchte wiederum, ihrem Gemal durch alle mögliche Vor-stellungen zu beweisen, er müsse seinen Sohn tödten lassen, und der Kaiser versprach es ihr auchwirklich. Doch der Tag verging wieder, ohne daß Sindbad sich entschließen konnte,das seiner Gemalin gegebene Versprechen zu halten und Nourgehan tödten zu lassen.
Schehersad bemerkte hier den Tag und schwieg; in der folgenden Nacht fuhr sie fort:
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