A ch t z e h n t e U n ch t.
Doch am folgenden Morgen, als der Kaiser gerade den Tod seines Sohnes befehlenwollte, trat nochmals ein Vesir hervor und flehte für Nourgehan die Gnade seines ^Vaters an; und um den Einfluß der Sultanin zu schwächen, zeigte er in folgender Ge-schichte die Bosheit der Weiber.
Per Holzhauer und -er Geist.
„Ahmed, ein armer Holzhauer von Bagdad hatte ein widerspenstiges, geiziges, ^zänkisches Weib, welches ihm niemals Ruhe ließ. Erwarb er sich etwas Geld, so ruhtesein Weib nicht eher, als bis es in ihren Besitz kam. Eines Tages hatte dieser armeMann einige Pfennige bei Seite gelegt, sich ein Seil dafür zu kaufen; das Weib sah es; und sprach zu ihm: „Elender! du scheinst mir ein schönes Leben zu führen. Gewiß solldieses Geld, das du versteckst, irgend eine Buhlerin haben; aber warte nur, ich will dichschon besser in Ordnung halten, du sollst nie wieder ohne mich ausgehen dürfen." Derarme Holzhauer, der bisher, wenigstens so lange er allein im Walde war, Ruhe gehabthatte, war fast der Verzweiflung nahe, als er diesesmal seine Frau einen Esel besteigenund ihm an den Ort seiner Arbeit folgen sah. „Jezt," sagte sie zu ihm, „werde ichdoch wenigstens wissen, was du ausser dem Hause thust."
Ahmed wußte nicht, wie er sie los werden sollte, da fiel ihm plötzlich ein glück-licher Gedanke ein. In der Nähe des Ortes, wo er arbeitete, war ein sehr tieferBrunnen. „Liebe Frau," sagte er zu ihr, „da du doch einmal hier bist, so bitte ich^dich, mir einen großen Dienst zu leisten. Schon vor langer Zeit hörte ich, daß ein