s i c Ii r n ; c >1 II t c n >1 c!> l. 113
Königin, die Nettesten des Volks, trug ihnen die Geschichte des Prinzen von Karismevor und ermahnte sic alsdann, ihn als ihren König anzuerkennen. Einstimmig willigtenjene ein und riefen den Prinzen von Karisme zu ihrem Herrscher aus, welcher noch langeZeit mit seiner geliebten Prinzessin von Georgien so herrschte, daß seine Herrschaftdie glückliche genannt wurde.
„Ich habe diese Geschichte berichtet, o Herr!" sprach der neunte Vesir des Kaisersvon Persien weiter, „um dir, weiser Herrscher zu zeigen, daß die Kinder der Königeund Mächtigen auf dieser Erde dem Vcrhängniß ihres Sterns unterworfen sind, gleichallen andern. Wenn ein unseliger Stern über uns waltet, dann wandelt sich das Goldin unfern Händen in schwarzen Staub, und in Gift jeglich heilsames Kraut, welches wirberühren. Dein edler Sohn Nourgehan ist in einem solchen unglückseligen Falle, ermuß alles befurchten, alles nimmt einen Lauf, der ihm unheilbringend ist, sein eigenerVater ist sein Feind geworden. Habe dcßhalb Mitleid mit ihm, o Herrscher! und hütedich, ihn tödten zu lassen, bevor das Ende der Zeit, welche ihm widerwärtig ist, herannaht."
Diese Erzählung des Vcfirs, und mehr noch die Nutzanwendung, welche er dazumachte, verfehlte nicht der tiefsten Wirkung auf Sindbad, und er verschob, trotz desVersprechens, welches er der Sultanin gegeben hatte, wiederum den Tod seines Sohnes.
Am Abend machte ihm die Sultanin darüber Vorwürfe. „Herrin," erwiderte ihrSindbad, „ich wagte nicht, mein Versprechen zu erfüllen. Einer meiner Vesire, wel-cher ein gelehrter Astrolog ist, versicherte mir diesen Morgen, ich würde cs gewiß einstsehr bereuen, wenn ich meinem Sohne das Leben raubte."
„Wahrlich, Herr," erwiderte die Sultanin, „welche grundlose Furcht hat dich wiederzurückgehaltcn? Wegen seiner Laster und seines bösen Gcmüths, nicht aber durch dieSchuld eines ihm feindlichen Gestirns schwebt Nourgehan in Gefahr. Der Himmelgibt bisweilen den Vätern, zur Strafe ihrer Sünden, lasterhafte Kinder. Ach! esgibt wahrlich keine Gräuel, deren verderbte Jünglinge nicht fähig wären." Und darauferzählte die Sultanin Sindbad folgende Geschichte:
Der Schuster und die Königstochter.
Es lebte einst zu Kasbin ein junger Schuster, Namens Hassan, welchen sein Hand-werk nur kümmerlich ernährte. Eines Tages sah er, in seiner Bude sitzend, einen
15