Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
109
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was du begehrst."Wohlan denn, schöne Fürstin," erwiderte der Prinz, entzückt überdie Hoffnung, welche sich ihm zeigte,so trete ich denn deinem Geiste all die Schätzeab, welche diese Ehe mir bestimmte und überlasse ihm gern ihren Genuß." So redendlegte er sich ans ein Sopha nieder, wo er einschlief und die Prinzessin that dasselbe.

Während Beide schliefen, erschien der Geist, welcher die Tochter des kopflosen Königs !liebte, nahm sie und den Prinzen von Karisme in seine Arme und führte sie rasch fort. Er !hielt seinen Lauf auf einem Eilande, nicht unfern der Insel der kopflosen Leute an, legte !den Prinzen auf ein Nascnbctt und führte seine Geliebte in ein unterirdisches Gemach, Iwelches er besonders für sie erbaut hatte. Bei seinem Erwachen war der Prinz gar sehr ^erstaunt, sich auf einer so unbekannten Insel zu befinden. Er begriff wohl, daß ihn >während seines Schlafes der Geist, welcher die kopflose Prinzessin liebte, dahin versezthaben müßte, aber er erschien ihm nicht alö so dankbar, wie ihn die Prinzessin geschilderthatte, weil er ihn, statt ihn in seine Heimath zu bringen, auf einer Insel auöseztc,welche vielleicht von eben so schlechten Menschen bewohnt wurde, als die Samsaren. Erwar von diesem grauenhaften Gedanken gepeinigt, da sah er einen Greis am Ufer deöMeeres, welcher die Abwaschung zu verrichten schien. Nasch stand er auf und lief zuihm hin, um ihn zu befragen, ob er Muselmann sey.Ja, ich bin es," erwiderte derGreis,und du, junger Mann, wer bist du? Ich schließe aus deinem edlen Ansehen,daß du nicht gemeiner Herkunft bist."Du täuschest dich nicht in deiner Vermuthung,"sprach der Prinz,denn ich bin ein Königssohn."Und welches Reich beherrschtdein Vater?" fragte der Greis weiter,öffne mir dein Herz. Ich schwöre beiunserem großen Propheten, daß keine Arglist in meinen Worten lauert, ich bin weitmehr bereit, dir zu nützen, als auf deinen Schaden zu sinnen; rede deßhalb offen mit mir."Weil du denn wünschest, meinen Namen zu kennen," cntgcgnctc der Prinz,sowisse, daß ich mich Sohn des Königs von Karisme nenne."O Gott!" unterbrachihn der Greis,ist es möglich, daß du der unglückliche Fürst sehest, der von einemeuropäischen Seeräuber entführt wurde."Woher hast du Kunde von diesem Unglückerhalten können?" fragte der Prinz.Ich mußte es wohl wissen, Herr," antworteteder Greis,ich bin im Lande deines königlichen Vaters geboren und du siehst in mir einender Sterndeuter, welche dir das Horoskop stellten, und damit ich dir Alles verkündige,was dir wiffcnswcrth sehn kann, so höre, daß der König, dein Vater, sich so sehr überdeine Entführung härmte, daß er wenig Tage darauf starb. Das Volk, dessen höchsteWonne er war, beweinte ihn lange Zeit und berief, an deiner Widerkehr verzwei-felnd, einen Prinzen aus deinem Geschlecht zum Thron. Dieser neue Herrscher ließ die