Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
105
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So lange der Prinz noch das Schiff erblicken konnte, hörte er nicht auf, den Räubermit den bittersten Vorwürfen zu überhäufen.Schurke," schrie er,glaube nicht, daßder gerechte Gott ein solches Verbrechen nicht strafen wird. In welchen Winkel der Erdedu auch eilen wirst, dich zu verbergen, du wirst gewiß der Strafe nicht entgehen, welcheseine Gerechtigkeit dir bereitet." Dann rief er aus, seine Hände zum Himmel erhe-bend:O du gerechter Himmel, der mir bis jezt sich gnädig bezeigte, wie hast dumich nun verlassen? Wie konntest du gestatten, daß man mir mein Weib, meine theu-rcn Söhne entreißt. Ach! wenn du nicht ein neues Wunder an mir thust und mirdie wieder gibst, welche meinem Herzen so thcuer sind, dann habe ich mehr Grund, michüber deine frühere Gunst zu beklagen, als mich ihrer zu freuen. Wcßhalb Haft du michvor so viel Gefahren gerettet? Um mich etwa erst dann sterben zu lassen, wenn ich allenSchmerz des unglücklichsten Gatten und Vaters erfahren hätte?" Während er sich soseiner Verzweiflung hingab, sah er mehre Menschen von gar seltsamem Aussehen auf sichzukommcn. Sie hatten Leiber, gleichwie andre Menschen, aber sie waren ohne Kopf;dafür hatten sie ein weites Maul auf der Brust und ein Auge auf jeder Schulter. DieseUngeheuer ergriffen den Prinzen und führten ihn vor ihren König.Herr," sprachensic zu ihm, da ist ein Fremdling von sehr verdächtigem Aussehen, den wir an der Küstegefunden haben. Es möchte wohl seyn, daß er ein Kundschafter unsrer Feinde ist."Nun denn," rief der König,so bereite man einen Holzstoß und werfe ihn in dieFlammen, sobald ich ihn verhört habe. Sag' an Jüngling," wandte er sich zum Prinzen,wer bist du, woher kömmst du, welch Geschäft führt dich auf diese Insel?" Der Prinzverhehlte ihm seine Geburt nicht und erzählte ihm ganz ausführlich seine Abenteuer. DerKönig war darob erstaunt und sprach zu ihm:Prinz, ich sehe wohl, daß der Himmeldeine Tage seines besonder» Schutzes würdigt, wenn es mir nicht die seltsamen Begeben-heiten, welche du erlebt hast, bewiesen, so würden es mir die Gefühle des Mitleidsdarthun, die es mir so plötzlich für dich einflößt. Ja, du sollst leben, du sollst anmeinem Hofe eine Freistatt finden, und ich schmeichle mir, du werdest mir nicht ohneNutzen in dem Kriege sepn, den ich mit dem König der benachbarten Insel führe. Höreden Grund unsres Streites. Er und seine Untcrthancn sind nicht Menschen ohne Kopf,wie wir, sondern sie haben Vogelköpfe, und wenn sie reden, so gleicht ihre Stimme sosehr dem Vogelgcschrei, daß wir, sobald einer von ihnen auf unsre Insel kömmt, ihnfür einen Strandvogel halten und ihn verzehren. Das mißfällt ihrem König, der, umsich an uns zu rächen, von Zeit zu Zeit eine Flotte ausrüstct und hier zu landen ver-sucht. Schon einigemal sind ihm solche Landungen mißglückt, indessen gibt er doch die

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