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1 (1838)
Entstehung
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Es war einmal ein Jüngling, der leidenschaftlich eine Jungfrau liebte, welche auchihn wiederum liebte. Sie wünschten beide, eine glückliche Ehe möge sie vereinigen, aberdie Eltern des Mädchens hatten andere Absichten mit ihr und versprachen sie einem andernManne und waren Willens sie ihm zu überliefern, als sie dem begegnete, welcher sieliebte.Du weißt also nicht, was geschieht," sprach sie weinend zu ihm;meine Elterngeben mich einem Manne, den ich niemals sah, ich muß der süßen Hoffnung entsagen,dir anzugehören, welch' hartes Schicksal!"Ach, meine Königin," rief ihr Liebhaberverzweifelnd aus,was muß ich erfahren. Ist es möglich, daß man dich meinen Wünschenentreißt. Ach, Himmel! was soll aus mir werden?" Und indem er so redete, kamenihm die Thräncn in die Augen.

Sie begannen beide über ihr Unglück zu klagen und zu weinen, aber während derJüngling nur an seine» Kummer dachte, fand seine gute Geliebte schon Mittel, seineBctrübniß zu lindern.Mäßige deinen lebhaften Schmerz," sprach sie zu ihm,ichgelobe dir, daß ich in der Hochzeitnacht, ehe ich mich zu meinem Manne begebe, indeine Wohnung kommen will." Dieses Versprechen tröstete den Liebhaber etwas und ererwartete diese Nacht mit vieler Ungeduld.

Unterdessen machten die Eltern der Jungfrau die Vorbereitungen zur Hochzeit undverheiratheten sie dann mit dem Manne, welchen sie ihr bestimmt hatten. Es war Nacht,schon waren die Gatten in das Brautgemach gegangen und schickten sich an, sich nieder-zulegen, als der Mann gewahrte, daß sein Weib bitterlich weine.Was fehlt dir,meine Herrin," sprach er zu ihr,daß du so sehr weinst? Wenn du Widerwillen gehabthättest, dich mir hinzugeben, warum hast du es nicht eher erklärt, ich würde dich niemit Gewalt zum Weibe begehrt haben." Jene antwortete, sie habe gar keinen Wider-willen gegen ihn.Wenn dem also ist, o Herrin, warum denn betrübst du dich so sehr? !