Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
77
Einzelbild herunterladen
 

il i c r z e h n l c R a ch 1. 77

auf welcher man folgende Worte las in hicroglyphisch - cabalistischen Schriftzügcn, wiesic bei den uralten ägyptischen Priestern im Gebrauch waren.

Die Menschen schlafen, so lange sie leben. Nur in ihrer Todesstundeerwachen sie. Was hilft es mir jczt, Herrscher eines großen Reichs gewesenzu scpu und Eigenthümcr aller der Schätze, welche hier anfgehäuft sind;nichts dauert so kurze Zeit, als Glückseligkeit, und alle menschliche Macht istnur Schwäche. O thörichter Sterblicher, rühme dich nicht prahlerischdeines Glückes, so lange du in des Lebens schwankender Wiege bist; erinneredich der Zeiten, da die Pharaonen blühten. Sic sind nicht mehr und baldwirst auch du aufhöreu zu sepn, wie sic."

Welcher Fürst ruht in diesem Sarge?" fragte Hassan.Es ist einer der altenägyptischen Könige," erwiderte der Brahmanc,er ist der Erbauer dieses unterirdischenGewölbes und dieses prächtigen Rubinen-Doms."Was du mir erzählst, läßt micherstaunen," sprach der Jüngling.Und aus welcher Laune hat jener König unter derErde ein Werk erbauen lassen, auf welches alle Schätze der Welt verwendet zu scynscheinen? Alle andern Herrscher, welche der Nachwelt Denkmäler ihrer Größe hinter-lassen wollen, stellen sie ans Licht, statt sie dem Anblick der Menschen zu entziehen."Du hast Recht," entgegnete der Brahmane,aber dieser König war ein großer Ka-balist; er entzog sich oft seinem ganzen Hose, um hichcr zu kommen und die Geheim-nisse der Natur zu enthüllen. Er war im Besitz vieler verborgnen Dinge, unter andernauch des Steins der Weisen, wie man es aus allen Neichthümern, welche hier sind,sehen kann, sie alle sind aus dem Haufen schwarzer Erde hervorgegangcu, den du injenem Winkel siehst."Ist es möglich," rief der Fikai aus,daß diese schwarzeErde alles das hervorgebracht hat?"Zweifle nicht daran," antwortete der Brah-mane,und um es dir zu beweisen, will ich dir zwei türkische Verse vorsagen, die dasganze Geheimniß des Steins der Weisen umfassen. Sie lauten also:

Gib zum Gatten der Braut des Abendlandes den Sohn des Königsvom Morgcnlandc, sie werden ein Kind erzeugen, welches der Sultan derschönen Angesichter ist.

Nun will ich dir aber auch den geheimnißvollcn Sinn dieses Spruches erklären. Laßdurch Feuchtigkeit die trockene adamische Erde, welche aus dem Morgcnlandc kommt, auf-löscn; aus dieser Durchdringung erzeugt sich der philosophische Mercurius, welcher all-mächtig ist in der Natur, und die Sonne und den Mond, das heißt das Gold und das