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vermochte nicht, der Kraft dieses Spruchs und dieses Blascns zu widerstehen und fielrücklings zu Boden.
Sie gingen nun ohne Hinderniß durch das Gewölbe und traten in einen sehr weitenHof, in dessen Mitte stand ein Dom von Krystall, an seinem Eingänge hielten zweiDrachen Wache, die einander gegenüber standen und aus ihren offenen Rachen Flammenwirbelspieen. Hassan erschrack darüber. „Laß uns nicht weiter gehen," schrie er, „dieseschrecklichen Drachen werden uns verbrennen." — „Fürchte nichts, mein Sohn," sprachder Brahmane, „vertraue mir nur und sey muthig. Die höchste Weisheit, die ichdich lehren will, erfordert Festigkeit; diese Ungeheuer, welche dich erschrecken, werden aufmeinen Ruf verschwinden. Ich habe Gewalt über Geister zu gebieten und jeglichenZauber zu zerstören." Also redend sprach er nur einige cabalistische Worte aus unddie Drachen verkrochen sich in zwei Höhlen. Alsbald öffnete sich die Thüre des Domesvon selbst. Padmanaba und der junge Fikai traten ein und Hassans Augen wurdengar angenehm überrascht, als er in einem andern Hose einen zweiten Dom, ganz vonRubinen erbaut, erblickte, auf dessen Spitze ein Karfunkel von sechs Fuß im Durchmesserstand, welcher durch die bedeutende Helle, die er überall hin verbreitete, diesem unter-irdischen Orte als Sonne diente.
Dieser Dom war nicht, wie der erste, von schrecklichen Ungeheuern bewacht. Nein,sechs schöne Bildsäulen, jede aus einem einzigen Edelsteine gehauen, standen am Ein-gänge; sie stellten sechs schöne Weiber dar, das Tambourin schlagend. Die Thürebestand aus einem einzigen Smaragd, sie war offen und gewährte die Aussicht indas prächtige Innere. Hassan konnte nicht müde werden, alles Wunderbare, wasseinen Augen sich darbot, staunend zu betrachten.
Nachdem Hassan die Bildsäulen und das Aeußere des Domes lange angeschauthatte, ließ Padmanaba ihn in den Saal eintreten, dessen Boden war von gediegnemGolde und die Decke von Porphyr, ganz besäet mit Perlen. Der Jüngling verschlangmit gierigen Blicken die mannigfaltigsten Gegenstände, die immer einander an Wunder-barkeit übertrafen. Endlich führte ihn der weise Brahmane in ein großes viereckigesZimmer, da lag in einem Winkel ein großer Haufe Goldes, in einem andern ein großerHaufe Rubinen von der höchsten Schönheit, in einem dritten ein silberner Krug und ineinem vierten ein Haufe schwarzer Erde.
Inmitten des Saales erhob sich ein prächtiger Thron und auf demselben stand einsilberner Sarg, in welchem ein Fürst ruhte, welcher auf dem Haupte eine goldene Krone,bcsezt mit großen Perlen, trug. Vorn an dem Sarge sah man eine breite Goldplatte,