Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
75
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für Hassan, daß er ihm eines Tages sagte:O mein Sohn! ich muß dir mein Herzöffnen; ich finde, daß dein Geist geeignet ist, die geheimen Wissenschaften zu fassen; esist wahr, daß dein Gemüth noch etwas zu munter ist, aber ich bin überzeugt, du wirstdich ändern und wirst fortan allen Ernst oder richtiger allen Tiefsinn besitzen, welcherden Weisen geziemt, in deren verborgene Geheimnisse ich dich cinführen will. Gernwünsche ich, dich glücklich zu machen und willst du mich vor die Stadt begleiten, so willich dir noch heute Schätze zeigen, deren Besitz ich dir einst zu verschaffen wünsche."Herr," antwortete ihm Hassan,du weißt, daß ich von meinem Vater abhänge: ohneseine Erlaubniß kann ich nicht mit dir gehen." Der Brahmane sprach mit HassansVater, der im Vertrauen auf Padmanabas Weisheit ihm gestattete, seinen Sohn hin-zuführen, wohin er wolle.

Padmanaba ging-mit Hassan aus der Stadt Damaskus; sie richteten ihre Schrittenach einem alten, verfallenen Gebäude, dort fanden sie einen Brunnen ganz angefülltbis an den Rand mit Wasser.Betrachte wohl diesen Brunnen," sprach der Brahmane,die Ncichthümer, welche ich dir bestimme, sind dort unten."Das ist schlimm,"erwiderte lächelnd der Jüngling,wie soll ich sie aus diesem Abgrund Heraufziehen."Mein Sohn!" entgegnetc Padmanaba,ich wundre mich gar nicht, daß dir daswohl schwer erscheint; nicht alle Menschen besitzen die Gabe, deren ich mich erfreue,sondern nur diejenigen allein, welche Gott gewürdigt hat, an den Wundern seiner All-macht Thcil zu haben, besitzen die Macht, die Elemente zu verkehren und die Ordnungder Natur zu stören."

Zu gleicher Zeit schrieb der Brahmane auf einen Zettel einige Buchstaben in Sans-crit, das nämlich ist die Sprache der Magier in Indien, Siam und China. Dannwarf er nur den Zettel in den Brunnen und alsbald fiel das Wasser und versiegte soganz, daß auch nicht eine Spur mehr davon zu sehen war. Jezt stiegen sie Beide inden Brunnen, in welchem sie eine Treppe sahen, die bis in den Grund hinab führte.Sie fanden eine Thüre von rothem Kupfer, verschlossen mit einem großen Schlosse vonStahl. Der Brahmane schrieb einen Spruch auf, berührte damit das Schloß und essprang sogleich auf. Sie stießen die Thüre auf und traten in einen Keller, wo sieeinen schwarzen Aethiopier erblickten, er stand aufrecht und hatte eine Hand auf einenweißen Marmorstein gestnzt.Wenn wir uns ihm nähern," sprach der junge Fikai,wird er uns den Stein an den Kopf schleudern." Und wirklich, als der Schwarzesah, daß sic sich näherten, hob er den Ungeheuern Stein auf, als wolle er damit nachihnen werfen; Padmanaba sagte rasch einen kurzen Spruch und blies, und der Aethiopier