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bedachte er doch, daß seine Klagen und Drohungen unnütz sepen; darum faßte er einenherzhaften Entschluß und ging auf einige Leute zu, welche im Walde Holz fällten; be-schloß aber, ihnen nicht zu entdecken, wer er scp. „Denn," sprach-er zu sich selbst,„wenn ich ihnen auch sage, daß ich eiu mächtiger König bin, so werden sie mir dochnicht glauben und mich für einen Narren oder einen Betrüger halten."
Die Holzhauer fragten ihn, wer er scp? „Ach, gute Leute!" erwiderte er ihnen,„ich bin ein Kaufmann, ich habe Schiffbruch gelitten und mich auf eiuem Brete ge-rettet; ich gewahrte euch und ging auf euch zu. Habt Mitleid mit der unglücklichenLage, in der ihr mich seht." Sie waren gerührt von seinem Unglück, aber selber in zutiefem Elend, um ihm helfen zu können. Dennoch gab ihm der Eine ein altes Kleid,der Andere alte Schuhe, und nachdem sie. so seine Blöße bedeckt hatten, daß er wiederunter Menschen erscheinen konnte, geleiteten sie ihn in ihre Stadt, die hinter dem Bergelag. So bald sie dort angckommcn waren, nahmen sie Alle Abschied von ihm, überließenihn der Vorsehung und gingen heim zu ihren Weibern und Kindern.
Der Sultan blieb allein. So angenehm cs auch sonst sehn mag, neue Gegenständezu sehen, so war er doch zu sehr im Nachdenken über seine Lage versenkt, als daß erhätte auf die Gegenstände achten können, die sich seinen Blicken darbotcn. Er wandeltedurch die Straßen, ohne zu wissen, was aus ihm werden sollte. Schon war er müdeund sah sich nach einem Orte um, wo er ausruhcn könnte. Er blieb vor dem Hauseeines alten Hufschmiedes stehen, der aus seinem Ansehen schloß, wie ermüdet er scp, undihn bat einzutretcn: „O Jüngling," sprach der Greis, „darf ich dich fragen, welchesGewerbe du treibst, und wie du hiehcr gekommen bist?" Der Sultan gab ihm dieselbeAntwort, welche er den Holzhauern gegeben hatte. „Ich habe, fügte er hinzu, mildthätigeLeute gefunden, welche Holz im Gebirge fällten, ich erzählte ihnen mein Unglück, undsie beschenkten mich großmüthig mit diesem alten Kleide und diesen alten Schuhen." —„Esfreut mich," sagte darauf der Schmied, „daß du dem Schiffbruch entronnen bist. Tröstedich über den Verlust deines Vermögens, und du wirst vielleicht nicht unglücklich indieser Stadt scpn, die Gebräuche sind hier den Fremden, die sich niederzulassen wünschen,sehr günstig. Hast du nicht auch diese Absicht?" — „Gewiß!" erwiderte der Sultan,! „ich wünsche nichts, als hier zu bleiben, wenn nur mein Gewerbe hier gut geht." —^ „Nun," vcrsezte darauf der Greis, „dann folge dem Rathe, welchen ich dir geben will.! Geh' sogleich zu den öffentlichen Bädern der Weiber. Setze dich dort vor die Thüre,und frage jede, die heraustritt, ob sie einen Mann habe; die, welche dir Nein antwortenwird, wird dein Weib werden, so ist es hier zu Lande Sitte."