Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
56
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56 v i l r ; r h n t c A a ch l.

gegen die Befehle Gottes zu begehen, und gegen die Gerechtigkeit, so seine Prophetengelehrt haben. Die Sultanin klagt deinen Sohn an, ohne Zeugen gegen ihn vorzu-bringen, sie fordert seinen Tod, weil er sie liebt, und weil er, so sagt sie, mit Gewaltseine Liebe hat befriedigen wollen! Aber seit wann halten die Weiber ihre Keuschheit sohoch in Ehren, daß sie den Tod der Männer verlangen, die sie anzugrcifcn wagen.Gewiß, cs gibt Tugendhafte genug, welche ob eines verwegnen Angriffs sich erzürnen,aber indem ihre Tugend ihn verdammt, entschuldigt ihn ihre Eitelkeit, und sie verzeihenleicht ein Verbrechen, das nur ihrer Schönheit wegen begangen wurde. Hüte dich wohl,o Herr, deinen Sohn einer Verleumdung zu opfern, vielleicht nur der Wuth derjenigen,die ihn ins Verderben stürzen möchte, da es ihr nicht gelang, ihn zu verführen. DeineHoheit möge bedenken, wie listig die Weiber sind. Die Geschichte des Scheich 'Schahabeddin beweist hinlänglich, wie sehr ihre Bosheit zu fürchten ist. Der Kaiserwünschte die Geschichte Schahabeddins zu hören, und der Vesir erzählte siefolgendermaßen:

Die Geschichte des Scheich Schahabeddin.

Der Sultan von Aegypten versammelte eines Tages in seinem Palast alle Gelehrtenseines Reiches. Da erhub sich unter ihnen ein Streit. Man sagt, daß der EngelGabriel in einer Nacht Muhammcd seinem Bett entrückte und ihm Alles zeigte,was die sieben Himmel enthalten und das Paradies und die Hölle, und daß dieser großeProphet, nachdem er mit Gott achtzigtauscnd Unterredungen gehabt hatte, von dem-selben Engel in sein Bett zurückgebracht worden sey. Man behauptet ferner, daß alles

' Scheich bedeutet ini Arabischen Gelehrter.