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er cintrat, ich hieß meine Dienerinnen uns verlassen, damit er mir ganz offen dieUrsache seines Schweigens bekennen möge. Er hat cs nur zu offen gcthan. So balder sich allein mit mir sah, sezte er sich mir zur Seite. Sultanin, sprach er, ich mußdieses Schweigen brechen, das ich stets beobachte und dessen einzige Ursache du bist. Ichliebe dich, und nur Verzweiflung, dich nicht ohne Zeugen sprechen zu können, hat michin eine Schwcrmuth gestürzt, die mich zu verzehren drohte. Wie glücklich bin ich, daßich endlich eine Gelegenheit gefunden habe, dich allein zu sprechen. Willst du meineHuldigungen annchmen, dann bin ich entschlossen, meinen Vater zu tödten und dich zumWeibe zu nehmen. Sein Volk ist gleich mir seiner langen Regierung müde. Erlassemir, o Herr," fuhr Chansade weiter fort, „dir Wort für Wort Alles zu wiederholen,was er zu mir sprach. Ich zittre noch vor Entsetzen darüber. Genüge cs dir zu wissen,du habest dem elendesten Buben auf Erden das Leben gegeben. Als er gewahrte, daßer nicht vermöge, mich zu überreden und daß seine Anträge mich empörten, hob erwüthcnd seine Hand gegen mich aus, um mir Gewalt anznthnn. Ich sezte mich zurWehr, da zerriß er meine Gewänder, schlug mich und hätte mir ohne Zweifel dasLeben genommen, um sich zu rechtfertigen, indem er mir das Verbrechen hätte aufbürdenkönnen, dessen ich ihn anklage, wenn er nicht fürchten mußte, meine Dienerinnen, dieich entfernt hatte, möchten zurückkchren und ihn überraschen. Er entfloh also und ließmich in dem Zustande, in welchem ich bin."
Sie sprach dieses mit allen Zeichen des tiefsten Kummers. Der Kaiser glaubte andie Wahrheit ihrer Aussage, und wie zärtlich er auch seinen Sohn liebte, so ließ er sichdoch von den Aufwallungen seines Zorns beherrschen. Er verließ das Gemach derSultanin, ließ den Nachrichter kommen und befahl ihm, Alles zur Hinrichtung Nour-gchans vorzuberciten.
Aber bald vernahmen die Vesire den grausamen Befehl, welchen der Kaiser erthcilthatte; sie erstaunten, daß er, ohne ihren Rath zu hören, beschlossen habe, seinen Sohntödten zu lassen. Sie versammelten sich Alle, und eilten zu dem erzürnten Herrscher,und Einer von ihnen sprach also zu ihm: „O Beherrscher der Welt, wir flehen zu dir,nur für heute noch uns das Leben des Fürsten Nourgehan zu bewilligen, und unszu belehren, welches das schwere Verbrechen sep, das er begangen, um den Arm einesVaters gegen seine Tage zu bewaffnen, eines Vaters, welcher mit Langmuth seine Kinderbestrafen soll." Der Kaiser erzählte ihnen Alles, was die Sultanin ihm mitgcthcilt hatte.
Da nahm der älteste Vcsir das Wort, und begann also: „O Kaiser, hüte dichwohl den Eingebungen des Zorns zu folgen, den ein Weib dir erregte, und eine That