Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
10
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Eingang.

eine Gewissenssache; wenn man dir das Futter bringt, so friß Alles rein auf, damitman dich nicht schlachte."

Der Ochs fing an zu schreien und zu blasen, und der Kaufmann machte sich aufund lachte laut über diesen Vorfall. Da fragte ihn seine Frau:Warum lachst du?spottest du meiner?" Er sagte:Nein."So sage mir, warum du lachest!"Ich kann dir's nicht sagen, denn ich habe ein Unglück zu befürchten, wenn ich aus-plaudre, was die Thierc in ihrer Sprache reden." Sie fragte hierauf noch einmal:

Wer hindert dich, mir es zu sagen?"Ich weiß, daß ich sterben muß."

Bei Gott, du lügst! das ist nur eine Ausrede, und bei dem Herrn des Himmels,wenn du mir's nicht sagst, bleibe ich keinen Augenblick mehr bei dir, du mußt esmir sagen."

Sie ging dann in's Haus und weinte bis zum andern Morgen. Der Kaufmannfragte sic:Was weinest du also? fürchte Gott! geh' in dich! nimm deine Frage zurück

und laß mich in Ruh'!"Ich lasse davon nicht ab, du mußt es mir sagen."

Wie? du bestehst darauf, wenn ich dir gleich sage, daß ich sterben muß?"Dumußt mir's sagen und solltest du auch sterben."So will ich vorerst deine Familieund Verwandte rufen." Er ging nun und holte ihren Vater, ihre Verwandten undnoch einige Nachbarn. ,

Der Kaufmann sagte ihnen, sein Tod wäre nahe, sie weinten alle, so wie auchdie Kinder und der Bauer; es war eine große Trauer um ihn. Jezt ließ er die Zeugenund Gerichtslcute kommen, gab seiner Frau was ihr gebührte, machte ein Testamentfür seine Kinder, schenkte seinen Sklavinnen die Freiheit, und nahm von den SeinigenAbschied. Nun weinten sogar die Zeugen; die Kinder liefen zur Frau und sprachen:Laß doch ab von deinem Willen! denn wüßte dein Mann nicht ganz gewiß, daß ersterben muß, wenn er sein Gcheimniß offenbart, so würde er alles dies nicht thun;" sieließ sich aber nicht zurückbringen, und es weinten und trauerten Alle.

Nun aber, meine Tochter Schehersad, waren in diesem Hause fünfzig Hühner undein Hahn; der Kaufmann saß betrübt über seine Trennung von der Welt, von seiner

Familie und seinen Kindern. Während er so nachdachte und schon das Gcheimniß

entdecken wollte, da hörte er, wie sein Hund in seiner Sprache zum Hahn sagte, der

eben die Flügel über einander schlug und auf ein Huhn sprang, dann sogleich wieder aufein anderes:O Hahn! schämst du dich nicht vor deinem Herrn, dich heute so zu be-tragen?"Was gibt's denn heute?" fragte der Hahn; da antwortete der Hund: