Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
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z Eingang.

batten nicht in ihrer Heimat (d. h. bei ihrem Vater) bleiben wollen, und jeder regierte höchstglücklich zwanzig Jahre lang in seinem Reiche. Da sehnte sich der ältere König nach seinemjüngern Bruder und befahl seinem Vcsir, zu Jenem hin zu reisen und ihn zu ihm zu bringen.Der jüngercBruder gehorchte alsbald und machte Anstalten zur Reise, und ließ Zelte, Kameele,Maulthicre, Diener und Gefolge herbeikommcn. Die Negierung ward indeß dem Vcsir über-tragen und der König rcis'tc ab nach dem Lande seines Bruders. Um Mitternacht erinnerte er-sieh, Etwas im Schlosse vergessen zu haben, und als er dahin zurückkam, fand er seine Frau inden Armen eines schwarzen Sklaven; bei diesem Anblick ward die ganze Welt schwarz in seinenAugen; er dachte, wenn dies schon vorfällt, ehe ich kaum die Stadt verlassen, was wird dieseVerruchte thun, wenn ich einmal weit entfernt bin? Er zog sein Schwert und erstach Beide;dann ließ er sogleich wieder aufbreche» und rcis'te immer fort, bis er in die Nähe der Haupt-stadt seines Bruders kam. Dort ließ er seinem Bruder durch Boten seine Ankunft melden.

Dieser erschien um ihn zu begrüßen, war sehr erfreut, ließ die Stadt beleuchten, seztesich zu ihm und unterhielt sich auf das Angenehmste mit ihm. Aber der König Schahscmandachte an die Begebenheit mit seiner Gcmalin, und dieses kränkte ihn so tief, daß er bleichwurde und sein Körper an Kraft abnahm. Als sein Bruder ihn in diesem Zustande sah, dachteer, dies ist gewiß, weil er von seinem Lande und Königreiche entfernt lebt; er ließ ihndeßhalb in Ruhe und fragte nach nichts. Doch eines Tages sagte er zu ihm:O meinBruder! Ich sehe, dein Körper wird immer schwächer und deine Farbe bleicher." Jenerantwortete ihm:Ich habe eine innere Krankheit;" aber er sagte ihm nicht, was ervon seiner Frau gesehen. Hierauf verseztc der Jüngere:Ich möchte, daß du mit mirauf die Jagd gingest, vielleicht wird dich dies zerstreuen;" da Jener sich aber weigerte,ging er allein fort. Nun waren im Schlosse des jüngern Königs, d. h. das der jüngereBruder bewohnte, Fenster, die auf den Garten seines Bruders gingen. Hier sah erauf einmal die Thürc des Schlosses sich öffnen, und zwanzig Sklavinnen und zwanzigSklaven herauskommcn; in ihrer Mitte ging die Frau seines Bruders, ausgezeichnet schönund von bcwundcrnswcrthem Wüchse. Als sie, d. h. die Sklavinnen, zu einem Teichegelangt waren, entkleideten sich die Frauen und seztcn sich zu den Sklaven. Da rief dieKönigin:Masud!" Da kam ein schwarzer Sklave und umarmte sie und sie umarmte ihn.Die übrigen Sklaven thatcn dasselbe mit den Sklavinnen, und so brachten sic den ganzen Tagzu mit Küssen und Umarmungen '. Als der Bruder des Königs dies sah, dachte er bei sich:

' Es wird dem Uebcrsetzcr nicht verargt werden dürfen, wenn er hier und in der Folge, bei allerTreue, den Anforderungen des Geschmacks nnd der Sitte Gehör gibt, da das Original in seiner Naivctätmanchmal diese Grenzen überschreitet. Anm. des Herausg.