Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
VIII
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Vlii Vorhalle.

hebt und trotz des buntesten Wechsels das Verständniß des Hörers keinen Augen-blick trübt.

Einen solchen arabischen Wunderbau aus dem glühenden Morgen mitunserm Material für den grauen Westen wieder aufzurichten, war eine Arbeit,l die großer Erwägung nach vielen Richtungen hin bedurfte, wenn fle gewissenhaftunternommen werden sollte.

Einem jungen Manne, der vom abenteuerlichen Leben hin- und hergeworfen,einen Zug nach dem Orient unternahm, und hier durch seltene Umstände be-günstigt wurde, verdanken wir die erste Bekanntschaft mit dem großen Märchen-und Sagenkreise des Orients, der seitdem unter dem Titel:Tausend und eineNacht" eine seltene Popularität auch in den Abendländern erhalten hat.

Jener Mann hieß Anton Galland, der im Jahre 1646 in einemkleinen Dorfe der Picardie geboren wurde. Früh ward er zur Waise, unddadurch so arm, daß er der von seinem Vater eine gute Erziehung genossenhatte genöthigt war, bei einem Bauer Dienste zu nehmen. Er konnte die-sen Zustand nicht lange ertragen und entschloß sich daher, seine Familie zuverlassen und anderwärts sein Heil zu versuchen, um sich den Wissenschaftenwidmen zu können. Es zog ihn nach Paris. Ein gelehrter Doktor der Sor-bonne, Petitpied, nahm sich seiner an und wurde sein Lehrer. Dieser Mannnährte in dem jungen Galland die erste Liebe für den Orient, die damalsnoch nicht so allgemein die Herzen ergriffen hatte, als in unfern Tagen, woGöthe, Rückert, Schlegel, Chezp, Sacy, Hammer, durch ihre ernstenStudien das Feuer anschürten, und ein Heer von enthusiastischen Nachahmern,theils der Form, theils dem Geiste nach, in Platen, Victor Hugo, Lamar-tine u. s. w. hervorricfen.

Dem Marquis von Nointel, der als Gesandter Frankreichs nach Kon-stantinopel ging, wurde Galland als Sekretär beigegeben. Hier war cs ihmmöglich, sich mit Eifer seinen Lieblingsstudien zu überlassen. Im Jahr 1673begleitete er den Gesandten auf der Reise nach Griechenland und kam sogar bis