Verhältnisse in Syrien.
517
ihm sein Bruder Aschraf abgetreten hatte; Aschraf gebotals Sultan zu Damascus; David war mit den BurgenSchaubek oder Montroyal, Krak und einigen andern Bur-gen abgefunden worden; und Kamel behauptete über diesebeyden ihm verwandten Fürsten eben so sehr eine ober-herrliche Hoheit als über die Fürsten von Haleb, Hama,Emessa und einigen andern syrischen Städten, so daß erHerr fast des ganzen von Saladin gegründeten Reicheswar 2). Da Saladin aber nicht im Stande gewesen war,die unterwürfigen Fürsten zu jeder Zeit sich gehorsam zuerhalten, so war es für Kamel, welchem das persönlicheAnsehen seines großen Oheims fehlte, noch viel schwie-riger, jene Aufgabe zu lösen. Dazu kam, daß das Ge-schlecht Saladiists den tapfcrn, kriegerischen und erobe-rungssüchtigen Sultan Dschclaleddin von Charism alseinen furchtbaren Feind zu fürchten hatte; und als dessenKraft erschlaffte, und er den Tataren oder Mogvlen unter-lag, welche seine Macht bis dahin gebändigt hatte: sobegannen die mogolischcn Horden von neuem ihre Ver-wüstungen und übten in den Ländern am Euphrat Gräuel,deren Kunde die Einwohner von Syrien mit Schaudernund Entsetzen erfüllte^). Ohne diese Verhältnisse möchteder Sultan Kamel schwerlich der christlichen Herrschaft inSyrien lange geschont haben; und wenn auch der Sultanden besten Willen hatte, Vas friedliche Vcrhaltniß mit denKreuzfahrern aus Freundschaft für den Kaiser Friedrichzu unterhalten: so würde dennoch, wenn die Muselmännernicht durch die Furchtbarkeit der Charismicr und Mogolenwären geängstigt worden, den Sultan der Fanatismusseiner Unterthanen, welche die Zerstörung des Reichs der
«. Clir.
I32Y.
l Z) -Vni». nrosl. 1'. IV. p. 552 folg.
9^ 1. 0. n». 56g folg.