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6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
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Der K. Friedrich II. zu Jerusalem. 493

cher in dieser Stadt von seinem Oheime Aschraf bald^hr.nach dem Abschlüsse des Friedens mit dem Kaiser Fried-rich belagert wurde, das Aergcrniß, welches dieser Ver-trag unter den Muselmännern hcrvorgcbracht hatte, umdas Volk zu dem heftigsten Hasse gegen seine beydcn widerihn verbündeten Oheime, Kamel und Aschraf, als Vcr-räthcr des Islams, aufzurcgen; und eine Rede, in wel-cher der damalige Imam der großen Moschee von Da-maskus, der Geschichtschreiber Ebn Dschust, auf dieAufforderung des Sultans David von der Kanzel herabdie Schmach schilderte, welche über die Muselmänner ge-kommen wäre, rührte alle Anwesende zu Thräncn ^).

Friedrich ließ durch den Unwillen der Christen undMuselmänner über den eben geschlossenen Frieden so wenigals durch die Einreden des Patriarchen Gerold sich davonabhalten, nach Jerusalem sich zu begeben und dort alsKönig sich zu zeigen. Begleitet von dem Emir Schems-cddin, Kadi von Neapolis, einem der Friedensunterhänd-ler, kam er am Sonnabende vor dem Sonntage Lculi zu-?.MärzJerusalem an^) und nahm seine Wohnung gemeinschaft-

72)Der Fürst," so erzählt EbnDstbusi,lies, mich rufen und befahlmir, zu den, Volke so zu reden, wiecs mir angemessen dünken wurde; ichkonnte mich diesem Austrage nichtentziehen, weil es die Ehre des Islamgalt, bestieg also die Kanzel undredete in Gegenwart des Fürsten unddes Volks also: Der Weg nach Je-rusalem ist also von nun an den Pil-gern verschlossen, und ihr, welcheeuch an diesem heiligen Orte gern mitdem Herrn untcrredcn würdet, könnteure Andacht dort nicht mehr übenund Len Boden mit euren Thräncnbenetzen. Großer Eon! wenn auch

eure Augen in Brunnen sich verwan-delten, so würdet ihr Loch nicht ge-nug weinen können, und wenn aucheure Herzen Lurch die Traurigkeit zer-rissen würden, so wäre euer Schmerzdoch nicht genügend u. s. .w." l'-d-irauct x. 434. Vgl. tzchr-ikeci..inost. 'd. IV. i>. 35o.

73) Lciatis, g-rost. ä-o LaddatlrlXVII. Irujus nwusis IVlartir civrta-tem LLirctai» Icrrrsalcm inrraviiiinscrim iiieici-ll xanclio excroiliis Ll-rl-stiai-i. Lxist. Vicct. II. in Oe-di-Ni-lvlaictissa z>. 247 (IVIatlli. rar. x. ZL7).Vgl. Schreiben des Patriarchen Ge-rold axrrst 1-ainalst. all a. 122g, h. 13.