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6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
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474 Geschichte Kce Krcuzzüge. Buch VII. Kap. XIV.

Unterhandlungen würden schneller zum Ziele geführt undeinen bessern Erfolg gewahrt haben, wenn nicht die Miß-Verhältnisse des Kaisers mit dem Papste und einem großenTheile der Christen des gelobten Landes die Furcht derSaracenen vermindert hatten; und die Tempelherren undJohanniter trieben ihre Feindseligkeit gegen den Kaisersogar so weit, daß sie, als Friedrich beschlossen hatte,eine Wallfahrt an den Jordan zu Fuß und in wollenerKleidung zu unternehmen, dem Sultan davon durch einenBrief Nachricht gaben, damit die Saracenen diese Gele-genheit, den Kaiser zu tödten oder gefangen zu nehmen,nicht unbenutzt lassen möchten^). Der Sultan abersandte dieses Schreiben an den Kaiser, welcher, da erauch von andern Seiten gegen die Vcrrathercy der Hey-den Ritterorden war gewarnt worden, die beabsichtigteWallfahrt bereits aufgegeben hatteDaß die Erwar-

47) Diese. Verrätherc» der HeydenRitterorden war bisher nur durcheine von Matthäus Paris (.rsta.iasg.' r>-ZL 8 ) überlieferte Nachricht bekannt;sie hat aber nunmehr durch den vonHerrn Rcinaud ii>- 42g) auS derChronik deS Oehebi (eines Schrift-stellers des 14. Jahrhunderts) mitgo-thciltcn arabischen Bericht cilrc sehrrvichiige Bestätigung erhalten. //Dieseengen Verbindungen/" heißt indiesem Berichts/ //erregten großesAergerniß bei, den Christen/ und ei-nige sränkische Herrei! gingen so weit/Laß sie dem Kaiser nach dem Lebentrachteten und deshalb dem Sultanschrieben." Nach Matthäus Pariswurde diese Verrärherel) erst nach demAbschlüsse deS Friedens geübt; dieZeitangabe des arabischen Berichtesist offenbar richtiger und der Folge

der Begebenheiten angemessener. Dagder Kaiser Friedrich diese Verräthcrci)in seinem oben angeführten Schrei-ben nicht erwähnt/ kann nicht alsGrund gegen dis Wahrheit der Nach-richt deS Matthäus Paris angeführtwerden; denn Friedrich geht über-haupt nicht näher in seine Verhält-nisse zu der Geistlichkeit und den Rit-terorden LcS gelobten Landes ein(s. unten)/ und ohnehin ist ein frü-heres Schreiben/ in welchem Fried-rich von seinem Aufenthalte im gelob-ten Lande biS zum Zugs nach JoppeNachricht gegeben batte, nicht mehrvorhanden. Vgl. daü Schreiben deSKaisers in I,eii-Iiitii Llairtrssa I-.24L,48) Matthäus Paris berichtet dasVerfahren des Sultans auf folgendeWeise: Als der Sultan de» Brief er-hielt und das wohlbekannte Siegel