Druckschrift 
6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
440
Einzelbild herunterladen
 

440 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VII. Kap. XIII.

angekommcn waren, wo zu unserm großen Leidwesen derLandgraf starb, und die Bctrübniß über diesen Todesfallunsere Krankheit verschlimmert hatte: so fragten wir dieanwesenden Fürsten und andere hohe Männer aus demMorgenlands um ihren Rath; und diese, als sie unfernZustand sahen, riechen uns nach sorgfältiger Erwägungaller Umstände, die Fahrt nach Syrien nicht fortzusetzen.Wir achteten cs also für unsere Pflicht, da von uns dasLeben und die Wohlfahrt Vieler abhängt, unsere Kreuz-fahrt zu verschieben bis zu unserer Genesung; wir ent-sagen aber damit keineswegs einem Vorsatze, für dessenAusführung wir nicht aufhören werden, so lange wirnoch Genesung hoffen dürfen, mit Eifer wirksam zu seyn.Auch übergaben wir dem geliebten Fürsten und unsermVetter, dem Herzoge von Limburg, die Leitung des ganzenchristlichen Heers bis zu unserer glücklichen Ucberfahrt,und stellten die fünfzig in dem Hafen segelfertig liegendenKriegsschiffe zur Verfügung des ehrwürdigen Patriarchenvon Jerusalem, des Großmeisters der deutschen Ritter undanderer hohen Personen, welche nach Syrien sich einschiftfen wollten; sie aber nahmen nur zwanzig dieser Kriegs-schiffe zu ihrer Reise an^)." Friedrich gab hierauf dieVersicherung, daß er bereits Anordnungen getroffen hätte,um in der Mitte des nächsten Maimonats, als einer be-quemeren Zeit, mit einer viel größeru Macht nach Syriensich zu begeben. Er erhob bittere Klagen über den Eigen-sinn des Papstes, welcher die ersten kaiserlichen Abgeord-neten gar nicht vor sich gelassen, der zweyten Gesandt-schaft kaum den Zutritt zu seiner Person, und ihren Vor-trägen keine Aufmerksamkeit gewährt, und die Krankheit

Pi Nach Marinus Sanutus (>>. 2,1) überlieli der Kaiser dem Patriarchenvon Jerusalem zwei, Galeen.