Des K. Friedrich Rechtfertigung. 439
seine Kreuzfahrt zu verschieben, äußerte sich Friedrich in ^Er-folgender Weiser „Als die Zeit der Meerfahrt gekommenwar, so begaben wir uns nach Apulien, um den Land-grafen von Thüringen und die übrigen mit dem Kreuzebezeichncten Fürsten zu empfangen; und da sich die Fahrtverzögerte, indem die Ankunft diese/; Fürsten erwartetwerden mußte, so wurden wir auf der Reise von einerschweren Krankheit befallen, welche so bedenklich wurde,daß die Acrztc uns riethen, die Reift nicht fortzufttzen.
Wir aber, damit nicht durch unsre Abwesenheit die Mccr-fahrt gehindert werden möchte, achteten nicht auf denRath der Acrzte und ritten in der heftigen Hitze desSommers nach Brundusium, wo wir die vorhandenenFahrzeuge den Fürsten und übrigen Pilgern, so wie denerwähnten siebenhundert Rittern anwiesen. Acht Tagewaren hierauf erforderlich, um die Schiffe mit Wasserund andern Bedürfnissen zu versehen; und diejenigen Fahr-zeuge, auf welchen sich unsere Kammer und unser Gesindebefanden, waren die ersten, welche die Anker lichteten fürdie vierzigtagige Fahrt. Wir hatten aber so viele Schiffezusammcngebracht, daß manche derselben im Hafen Zurück-bleiben mußten, weil es an Pilgern fehlte. Daß die ver-derbte Luft den Pilgern schädlich gewesen ist, nachdem diegöttliche Vorsehung mehrere andere Theile der Welt undunseres Reiches mit unvorhergesehenen Leiden heimgcsuchthar, kann Niemandem schmerzlicher seyn als uns; dennwir haben an unserm eigenen Leibe erfahren, was wiran andern bemitleiden- Als wir uns für genesen achteten,so bestiegen wir und unser lieber Vetter, der Landgraf, dieGalccn, um den vorangegangenen Kreuzfahrern zu folgen,erfuhren aber bcyde großes Ungemach, und wir selbst erlit-ten einen bedenklichen Rückfall. Nachdem wir zu Otranto