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6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
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436 Geschichte der Keenzzüge. Buch VIl. Kap. XHl.

^ 227 ^ von Capua aus Schreiben, sowohl an die deutschen Für-sten, als an alle Könige der Christenheit, in welchen ersich gegen die in den päpstlichen Briefen enthaltenen Vor-würfe verthcidigte und die wider ihn erhobenen Klage»durch Gegenklagen zu entkräften suchte; und cs läßt sichnicht läugnen, daß Friedrich in beredter und geistvollerDarstellung seiner Sache seinem Gegner bey weitem über-legen war. Denn Gregor der Neunte besaß weder dieüberströmende Fülle von Gelehrsamkeit und den erfinderi-schen Scharfsinn seines Oheims Jnnocenz, noch die ge-diegene Einfachheit und oft beredte Kürze, durch welchedie Briefe seines Vorfahren, des edlen Honorius, sichauszeichncn; vielmehr überließ sich Gregor in seinenSchreiben oftmals, durch die Schwäche seines hohen Al-ters verleitet, einer selbstgefälligen Redseligkeit, durchwelche die Wirkung seines Vortrags geschwächt wurde.

Friedrich begann seine Rechtfertigung mit der allge-meinen Klage über die bedenklichen Erscheinungen derZeit, in welchen die Vorbedeutung des nahen Endes derWelt sich offenbare; er bezeichnete als eine dieser Erschei-nungen die erbitterte Feindseligkeit des Statthalters Christiund Nachfolgers des Fürsten der Apostel, welcher nichtaufhöre ihn zu verfolgen und allgemeinen Haß wider ihnzu erwecken, erneuerte seine früher schon erhobene Be-schwerde über das gewissenlose Betragen des römischenStuhls während der von der Kaiserin Constantia demPapste Jnnocenz übertragenen Vormundschaft und erin-nerte, um diese Beschwerde zu begründen, an die wider-rechtliche Erhebung des Herzogs Otto von Braunschweigauf den kaiserlichen Thron. Nach solcher Einleitung recht-fertigte Friedrich mit siegenden Gründen gegen die päpst-lichen Anschuldigungen sein Verfahren in Beziehung auf