432 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VII. Kap. XIH.
^ 227 .*'kläglichen Tod gefunden. Die übrigen erhielten nur mitMühe von dem Kaiser die Erlaubniß, die Meerfahrt anzu-treten, und gingen, obwohl die versprochenen hinlänglichenFahrzeuge zur Ueberfahrt der Lebensmittel, Menschen undPferde nicht vorhanden waren, am Feste der Geburt derheiligen Jungfrau, als schon die Zeit, in welcher die Schiffegewöhnlich aus dem Lande jenseit des Meeres zurückkch-ren, sich näherte, in die See, indem sic für den NamenJesu Christi der Gefahr sich Preisgaben und hofften, daßder Kaiser bald ihnen folgen würde. Er aber vereitelteseine Zusage, zerriß die Bande, welche ihn umstrickten,trat mit Füßen die Furcht Gottes, verachtete den Gehor-sam gegen Jesus Christus, schätzte gering die kirchlicheAhndung, entwich von dem christlichen Heere, gab dasheilige Land den Ungläubigen Preis, entehrte die Fröm-migkeit des christlichen Volks und wurde abtrünnig zuseiner und der ganzen Christenheit Schande, indem er denReizen sinnlicher Genüsse in seinem Reichs nachging undseinen Frevel mit Entschuldigungen, welche, wie mansagt, eitel sind, zu bemänteln sich bemühte. O hört undseht, ob irgend ein Schmerz ist wie der Schmerz derrömischen Kirche, eurer Mutter, welche so grausamund so oft von dem Sohne, auf welchen sie ihre ganzezuversichtliche Hoffnung gesetzt hatte, getäuscht wordenist!" Nach solchen ernsthaften Beschwerden beklagte Gre-gor in diesem Schreiben das Schicksal der unglücklichenKreuzfahrer, welche, durch des Kaisers Zusicherungen ver-leitet, in ungünstiger Jahreszeit dem stürmischen Meere sichanvertraut harten und dem heiligen Lande, weil sic einestüchtigen Anführers ermangelten, wenig nütze» würben;er machte ferner dem Kaiser es zum bittcrn Vorwürfe,baß er den Umtausch voy Damicttc gegen Jerusalem und