Streit des Kais. Friedrich mit d. K. Johann v. Jcrns. 407
jenes Argwohns seinem Schwiegervater und dessen NeffenWalther nach dem Leben trachtete.
Als der König Johann den Hof seines Eidams der-ließ, begab er sich zuerst nach Rom, wo ihm eine ehren-volle Aufnahme zu Lhcil wurde; und die Römer sollenihm sogar eine Unterstützung von sechszig Tausend Scudiangcttagcn haben. Johann aber nahm diese Unterstützungnicht an, setzte seine Reise fort und ließ mit seiner Ge-mahlin Bercngaria zu Bologna sich nieder, wo ereben so wie zu Rom mit großen Ehren empfangen wurde.Die Obrigkeiten der lombardischen Städte sollen hierauf,als sie die Ankunft des Königs zu Bologna vernommenhatten, zusammen getreten seyn und beschlossen haben,dem tapfern Könige Johann die lombardische Krone an-zutragcn. Der König aber gab ihnen zur Antwort, daßer eine solche Würde gern annchmen würde, wenn daslombardische Land nicht seiner Tochter, der Kaiserin, ge-hörte. Er verweilte zu Bologna so lange, bis der Papstihn nach Rom berief und ihm, wie zuvor berichtet wor-den ist, die Statthalterschaft eines Theils des römischenGebietes anvcrlraute Unter den angegebenen Um-
standen, wenn sie wirklich gegründet sind, war sowohl derAufenthalt des Königs Johann in Bologna, als dasAmt, welches der Papst ihm später verlieh, weniger ge-eignet, den Kaiser mit seinem Schwiegervater zu versöhnen,
107) Noloixiiv la 6r,is?e. HugoPlagon ZI. 6y6. Nanonia xinguis.IZerinnca. ldlrosmir. oax. L07. x. N 4 Z.Nach der von Murcttori (Soriznoresrer. Il.il. -r. XVIII.) herausgegcbc-ncn italienisch geschriebenen Chronikvon Bologna (zum Jahre ie3ü. S.254.255 ) verweilte der König Johann
mit seiner ganzen Familie zu Bo-logna sechs Monats, und währendseines Aufenthalts daselbst üarb amy. Oktober i22ü seine Tochter Bianca,welche in der bischöflichen KircheSt. Peter begraben wurde. 'ic>8) Hugo Piagon und BernardusThesaurarius a. a. O.