404 Geschichte der Keeuzzügc. Buch VII. Kap. XII.
König Johann von seinem Schwiegersöhne erfahrenhatte. „Wem könnte man," schrieb Honorius wenigeMonate vor seinem Tode dem Kaiser, „mit größerer Zu-versicht das Königreich Jerusalem anvertraucn, als demKönige Johann? Wer war bey den dortigen Gläubigenbeliebter, wer den Ungläubigen furchtbarer, wer überhauptdem heiligen Lande nützlicher? Wenn er auch nicht durchBande der Verwandtschaft dir angchörte, so wäre csdennoch deine Schuldigkeit, ihm wegen seiner Tapferkeit,seines Eifers und seiner Kenntniß der Lertlichkeiten dasKönigreich Jerusalem zuzuwendcn; und wenn du ihn alseinen bloßen Ritter zu deinem Schwiegervater erkohrcnhättest, so geziemte es dir, ihn mit der königlichen Würdezu schmücken. Willst du lieber der Eidam eines Rittersals eines Königs scyn, und lieber für deine Kinder einenRitter als einen König zum Großvater haben?" IndemHonorius in diesem Schreiben darüber klagte, daß dieSchuld der Erniedrigung des Königs Johann dem aposto-lischen Stuhle bcygemcsscn würde wegen des Antheils,welchen derselbe an der Vermahlung des Kaisers mit derPrinzeß Jolanthe genommen hätte, bat er den Kaiser aufdas dringendste, daß er mit seinem Schwiegervater sichernstlich versöhnen möchte, auch deswegen, weil ihre bis-herige Mißhclligkeit den Eifer vieler Christen für dasheilige Land sehr geschwächt Härte; ihre Versöhnung aberneuen Eifer für die Sache des Kreuzes erwecken würde.Endlich machte der Papst in diesem Briefe dem Kaiserkund, er habe den König Johann in der Hoffnung, daßes der Klugheit desselben noch gelingen würde, das Herzdes Kaisers wieder zu gewinnen, zum Statthalter desrömischen Gebiets von Radicofani bis Rom ernannt, mitAusnahme der Mark Ankona, des Herzogthums Spoleto