Vermählung des Königs Friedrich mit Zolanlhe v. Ierus. 381
Hvnorius, dessen milder Sinn dem Argwohn nichtleicht Raum gab, zog die Aufrichtigkeit der Absichten desKaisers und die Wahrheit seiner Versicherungen nicht inZweifel und kam sogar in Hinsicht der VermählungFriedrichs mit der Erbtochter des Königs von Jerusalem,welche der Papst als höchst nützlich für das heilige Landbetrachtete, den Wünschen des Kaisers zuvor. Denn nochehe Hvnorius aus den Händen des Großmeisters Her-mann von Salza das eben erwähnte und am fünftenLage des Marzmonates erlassene kaiserliche Schreiben er-hielt, schrieb er schon am ersten Tage dieses MonatsBriefe an den Erzbischof von Tyrus und die Bischöfevon Ptolemais und Nazareth, in welchen er ihnen ver-kündigte, daß nach sichern Nachrichten der Kaiser Fried-rich in kurzem Botschafter zur feyerlichen Werbung umdie Prinzeß Jolanthe senden würde. Auch ermahnte derPapst in diesen Briefen die Prälaten des gelobten Lan-des, den Feyerlichkeiten jener Werbung beyzuwohnen; unddem Bischof von Ptolemais, welcher wegen der bedräng-ten Lage von Syrien schnlichst wünschte, in sein Vater-land Frankreich zurückzukehren, gab er insbesondere denRath, muthig auszuharren, indem er ihn mit der Hoff-nung tröstete, daß der Kaiser Friedrich bald mit einemmächtigen Heere nach Syrien kommen und aller Noth derdortigen Christen ein Ende machen würde ^).
Den Rath des Kaisers, die Stiftung des Friedenszwischen den Königen von Frankreich und England zu be-schleunigen, ließ Hvnorius nicht unbeachtet. So wie erschon an den König Ludwig den Achten von Frankreichunmittelbar nach dessen Thronbesteigung eine dringende
46) kainalä. t. o. §. n.