350 Geschichte dce Kreuzzüge. Buch VIl. Kap. Xl.
^'-2i7'dcs umliegenden Landes, allerlei) Bedürfnisse den Fremd-lingen zu bringen, so daß, wie ein Schriftsteller dieserZeit sich ausdrückt, das Lager der Kreuzfahrer, in welchemzuvor nur Mangel und Elend geherrscht hatten, plötzlichin einen reichlich gefüllten Markt sich umwandelte ^).Den König Johann von Jerusalem vornehmlich ehrte derSultan durch eine liebreiche und zuvorkommende Behand-lung , so daß zwischen den bcydcn Fürsten eine dauerndeFreundschaft sich bildete, und sie, so lange sic lebten, vonZeit zu Zeit durch gegenseitige Geschenke sich erfreuten^).
I,ulo jrunentornm, gr»ri, misirtl;inckuxisti viotuaUnm coinmcroia,xraexarans z-ontom et kicoari ka-cieus vias, guas Lgrir kccerat in-vias, uos er uostrr misroäiri jnssi-sri kiour i-nzcillam o: i! Ii. 8i ober-raver-vt jiimeutum, rcssuotum ackCastro regiiisil» äomino locumsuumrcocyit. Instimos icoslros cnm <tc-bitibus ,iü xortnm Oainüitse perterrani cr Lariam rnis Siiin^til>n8 cie-kcrri xrocnrLsti, ickguo -zrioä Aisoiunidus msjns est. impropcrriiIiobis, moveri su^er snbsonnau-rium cspita vct aliguo signo cicri-sionis molestaii eäicto tcrribili xro-
kiiluiisti. Nach einigen Zeilen setztOliverius hinzu: Ilcolo »xpoNolnses gnock Interpret:,.Iir aon-
snmmatns, indem er von dem Sul-tan rühmt, dag er das unter denMuselmännern sehr gewöhnliche La-sier der Knabenschänderei verabscheue,und auch im Eingänge rühmt dercölnische Scholasticus die Milde undden Edclmuth c bcnlgnlraten, , 1 V 1i-beraliratom ) des Sultans von Ae-gypten. Hugo Plagon tS. üyg), in-dem er seine Nachrichten aus dem
zum Theil mitgcthcilten Briefe dcSOlioerius schöpft, schmückt dieselbenauf folgende Weise aus: „Als derFriede zu Stande gekommen war, sobegann der König Johann, welchervor dem Sultan sah, zu weinen. DerSultan aber sprach: Lieber Herr,warum weint ihr ? einem Könige ziemtcs nicht, zu weinen. Oer König ant-wortete: Lieber Herr, ich habe dazuRecht, weil ich sehe, dag das Volk,welches von Gott mir anvcrtrautworden ist, Hungers stirbt. Dadurchwurde der Sultan zu solche». Mitleidebewogen, dag er auch weinte; er ver-sprach alsdann dem Könige, zu dessenBeruhigung, die Christen mit Lebens-mitteln zu versehen, und sandte vierTage nach einander in das christlicheLager, bis das Heer auger dem Was-ser war, täglich gcxno Brote zur Ver-theilung unter die Armen und Nei-chen. Nach dieser Zeit sorgte er nochwährend vierzehn Tage dafür, dagden Christen Brot und Fleisch zumKaufe gebracht wurde/'
82) Gesch. der Patr. von Alexan-drien bcy Neinaud a. a. O.
LZ) Ebendas. S. 5 ä.