348 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VII. Kap. XI.
andern vornehmen Pilgern als Geiseln in das Lager derSaraccnen; und der Sultan von Aegypten überantwortetedagegen von seiner Seite den Kreuzfahrern seinen damalsfünfzehnjährigen Sohn Malek Assaleh Ejub, seinen Bru-der Males al Afdal und mehrere Emire
?y) Nach OliveriuS (x. i4gg) wur-den ra Geiseln von Selten der Chri-sten gestellt, nach den morgenländi-schcn Nachrichten so. Makrisi S. iy.Neinaud S. 53- Peter von Albenciogiebt (Lxist, Lpuü iVIstllr.
1 >. z-4) dis Zahl der von den Sara-cenen überlieferten Geiseln ebenfallszu 20 an. Indem dis muselmänni-schen Schriftsteller nur 2 a christlicherGeiseln erwähnen, bringen sie wahr-scheinlich die bcpden Großmeister, Pe-ter von Montaigu, Großmeister derTempler, und Hermann von Salza,Großmeister deS deutschen Ordens,und zwei) andere Geiseln, welche alSBevollmächtigte der Pilger nach Da-iniette sich begaben (vgl. Anm. 88-)in Abzug. Daß der Sultan Kamelseinen Sohn Malek assaleh Nadschmcddin Ejub und seinen Bruder Ma-rek Alafdal Kotbeddin alS Geiselnden Christen übergab, berichtet derarabische Geschichtsschreiber Nuwairi(bey Hamaker S. 121 ) in Ueverein-stimmung mit Oliveritts Scholasticus(r- 1438^. 2n der von A-btt Scha-mah (stoi. na-r..) mitgetheilten Er-zählung des Abu Modalster wird zuden von dem Sultan Kamel gege-benen Geiseln »och der Neffe des Sul-tans, Scheins al Moluk, hinzugesetzt,und von den Ereignissen, welche denFrieden zwischen den Muselmännernund Christen herbepführten, also be-richtet- „Abu Modalster sagt Folgen-des - Dis Frankens, welche Da-
miette erobert hatten, zogen mit ihrerganzen Macht zu Pferde und zu FußauS, zu einer Zeit, als der Nil sehrangeschwollcn war, und kamen biszu einem Canal, an welchem sie ge-nöthigt waren zu bleiben. Hierausöffneten die Muselmänner die Canälevon allen Seiten wider sie, und disTruppen des Kamel umzingelten sie,so daß kein Weg nach Damiette ihnenoffen blieb: auch ließen die Musel-männer zu dein zahlreichen Heere derFranken keine Vorräthe auö Da-miette, so wie auch keine Nachrichtendaher gelangen. Es waren aber indiesem Heere hundert Grafen undachthundert vornehme Ritter, so wieauch der König von Akka und derHerzog (von Baiern, ect-ciuL) undder Legat, Stellvertreter des Papstes:ihr Fußvolk war unzählbar. Als sieihren Untergang vor Augen sahen,so sandten sie an Kamel Botschafterund baten um Frieden und Geiseln,indem sie Damiette zurückgeben woll-ten; und Kamel nahm im Eifer, Da-miette zu bestehen, diese Bedingun-gen an. Wären sie nur noch zwei)Lage in diesem Zustande geblieben,so würden sie sämmtlich gefangenworden sepn. !Hierauf sandte Kamelseinen Sohn Assaleh Ejub und LenSohn seines Bruders, den SchemSal Moluk, zu ihnen, und zu Kamelkamen die Könige der Franken. DerSultan ging ihnen entgegen', behan-delte sie mit Gnade und wies ihnen