Rückzug der Kreuzfahrer nach Damiette. 345
abzuschrecken, nicht unbenutzt bleiben dürfte^). Malek^?^-al Kamel aber entschied für die Gewährung des Friedensund behandelte die christlichen Botschafter mit aller derAchtung, welche den tapfern und unglücklichen Feindengebührte
73) Makrisi <>. a. O. Neinaud S. za.Diesen Zwiespalt der Meinungen er-wähnt auch OliveriuS a. a. O., in-dem er berichtet, bog die Brüder undVerwandte des Sultans, vornehm-lich Schirkuh, Fürst von Emessa(Dominus cke Oamola, nomini 6Iiri-stmno xluiimum inkcstus) , rlethen,den angebotenen Frieden nicht anzu-nehmen. Nach den von Neinaud auSmorgenländischen Schriftstellern mit-getheilten Nachrichten wurde derSultan von Aegypten besonders durchdie Betrachtung geleitet, daß dieVernichtung deS HeerS der Pilger ihndoch nicht sogleich zum Besitze dervon den Christen trefflich befestigtenStadt Damiette bringen würde.
7 g) LoläLnus iiuutios xakieutcr»ustivüt. Oliver. 80I10I. I. o. Nachdiesem Schriftsteller gedachte Kameldeö Schicksals, welches nicht langezuvor der König von Persien imKriegs gegen den tatarischen Eroberer(Ilex Daviä) erfahren hatte. HugoPlagon giebt über diese Unterhand-lungen (S. ö§Z. 6yg) folgende Nach-richt: „AlS der König Johann vonJerusalem das Mißgeschick des christ-lichen Heeres sah, so ließ er dem Sul-tan sagen, daß er mit ihm zu käm-pfen wünschte. Oer Sultan aber gabzur Antwort, daß er nicht Lust hättezu kämpfen, weil eS schon längst inseiner Gewalt gestanden, sie sterben undkeinen entkommen zu lassen ; er for-derte aber den König auf, zu ihm
zu kommen und mit ihm zu unter-handeln. Hierauf begab sich der Kö-nig mit Genehmigung des Cardi-nals, begleitet von dem Meister Ja-kob, Bischof von Akkon, in das LagerdeS Sultans, welcher ihn mit großeEhren aufnahm und an seiner Seitesitzen ließ. Der Sultan sprach zumKönige- Herr König, ich habe großesMitleid mit euch und euren Leuten,welche Hungers sterben oder durchdas Wasser umkommen werden, ihrkönnt sie aber retten, wenn ihr wollt.Auf welche Weise? fragte der König.Der Sultan fuhr fort: Wenn ihrmir Damiette räumt, so lasse ich euchentkommen. Hierauf bemerkte der Kö-nig, daß er nicht der einzige Herr je-ner Stadt wäre, sondern noch anderedaran Theil hätten, er aber bereitwäre, seinen Leuten den VorschlagdeS Sultans zu melden. Als derSultan dessen zufrieden war, so be-gab sich der Bischof von PtolemaiSim Auftrags des Königs zu dem Car-dinal und brachte die Antwort zu-rück, daß der Cardinal und alle übrig«Pilger nichts sehnlicher wünschten,alS aus ihrer schlimmen Lage gerettetzu werden, und alles, was der Kö-nig in ihrem Namen verabredenmöchte, gern halten würden." Soweit Hugo Plagon; wir wissen aberaus dem Berichte des Großmeistersder Templer (wlattlr. rar. !>. 514),daß Jakob von Vitry damals In Da-miette sich befand und an jenen Un-