Druckschrift 
6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
232
Einzelbild herunterladen
 

232 Geschichte der Kreuzzügc. Buch.VH. Kap. IX.

Tages, als vom jenseitigen Ufer her die Stimme einesabtrünnigen Christen gehört wurde, welcher vor geraumerZeit zum muselmännischen Glauben übergetreten und bisherim Dienste des Sultans von Aegypten gewesen warDer Renegat verlangte dringend, von einem Schiffe derKreuzfahrer ausgenommen zu werden, und rief in franzö-sischer Sprache: „Was zögert ihr? Der Sultan ist davongegangen." Der König von Jerusalem, der Cardinal Pe-lagius und die übrigen Obersten des Heers waren umdiese Zeit bey der Frühmesse zur Feyer des Festes derheiligen Agatha versammelt, welche kaum mit den Wor-ten: „Lasset uns im Herrn uns freuen," war begonnenworden, als die unerwartete Nachricht gebracht wurde,baß die Saracenen nach Mitternacht ihr Lager bey Da-mictte verlassen hätten^').

Diese Wendung der Dinge war zu sehr unerwartet,als baß alle Kreuzfahrer durch eine natürliche Erklärungdes Hergangs sich befriedigt fühlten. Viele unter ihnenschrieben vielmehr die Flucht der Saracenen der Erschei-nung des heiligen Georg zu, welcher in weißer Rüstungund Kleidung und von unzählbaren weißen himmlischenRittern begleitet im feindlichen Lager sichtbar gewordenseyn und die Heiden verjagt haben sollte. Andere be-haupteten, daß eine Stimme vom Himmel den Saracenenzugerufen hätte: fliehet, damit die Christen euch nichttödten. Einige Pilger behaupteten sogar, als am Mor-gen des Festes der heiligen Agatha der Sturm sich gelegtund der Himmel sich erheitert hatte, eine Stimme vomHimmel, welche die Streiter Christi ermunterte zu rascher

60) Oliv. Svlrnl. I. c. Bcrnardus schreibt, fügt den Namen dieser Re-TbesaurariuS, welcher (a. a. O.) im ncgatcn dinzu: Simon.

Ucbrigen die Worte der OliveriuS ab- 6r) OUvor. Svliolasr. I. c.