Die Mccrfahrt der deutschen und friesischen Pilger. 165
Wallfahrt zu den Gebeinen des heiligen Jakob von Com-postella beschlossen wurde- Diese Wallfahrt wurde zwarmit großer Anstrengung innerhalb eines Tages und einerNacht vollbracht, widrige Winde aber nöthigten die Pilger-flotte, noch neun Tage in jenem Hafen zu verweilen. Ihreweitere Fahrt, welche sie am Feste der Apostel Petrus und°o-2m>Paulus antraten, wurde durch die Unbeständigkeit der Windesehr erschwert, und nach vielen Mühseligkeiten erreichten sieendlich die Bucht von Salir. Wahrend die Schiffe indiesem Hafen ruhten, besuchte ein Thctl der Pilger dasbenachbarte Cisterzienserkloster Alkobaza; und der Abt des-selben, indem er den Fremdlingen über den Weg, welchensie ferner zu nehmen hätten, nützliche Belehrung gab,erzählte ihnen, daß vor kurzem ein Priester des Königsvon Marokko zum Christemhume sich bekehrt, dann auchseinen Herrn für die christliche Lehre zu gewinnen ver-sucht und ihm das Ende seines Reichs verkündigt hätte,dafür aber mit dem Tode bestraft worden wäre; gleich-wohl hätte auch der Sohn des Königs zum christlichenGlauben sich gewandt und eben so als der mit der Mär-tyrerkrone belohnte Priester das Gesetz Mohammcd's zubestreiten gewagt, wäre aber deshalb mit tausend Lanzendurchbohrt worden; als nun der König geboten hätte,den Leichnam des abtrünnigen Sohnes an einen unreinenOrt zu werfen, so hätte durch Gottes Willen der heiligeLeib des Märtyrers auf keine Weise fortgebracht werdenkönnen; und dieses Wunder hätte so sehr den König mitFurcht, die Christen aber mit Zuversicht erfüllt, daß inMarokko seit dieser Zeit christliche Priester öffentlich dieMesse feyerten, und man Kirchen daselbst zu bauen anfinge.
Diese Erzählung vernahmen die Pilger mit inniger Rüh-rung. Erst am Dienstage nach dem Feste des heiligen-«.rwi.