Druckschrift 
6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
111
Einzelbild herunterladen
 

Die Krcuzpredigcr.

11t

machte Jnnocenz es zur Pflicht, durch Ermahnung und^E'Bcyspiel die wahre Liebe und Furcht Gottes im Heereder Pilger zu befördern, die Sünder zur Buße anzuhal-ten, Zwietracht und Streitigkeiten zu verhindern undMäßigkeit und Enthaltsamkeit in allen erlaubten Genüs-sen, so wie in Hinsicht der Kleidung Sparsamkeit undVermeidung jedes unnöthigcn Aufwandes den Streiterndes Heeres zu empfehlen. So wie die übrigen Beschlüssedieser allgemeinen Kirchenversammlung, so wurde auchdiese päpstliche Verordnung wegen der Kreuzfahrt in grie-chischer und lateinischer Sprache bekannt gemacht ^).

Der Aufforderung des Papstes, welche auf der allge-meinen Kirchenvcrsammlung im Lateran war erlassen wor-den, gemäß, setzten die Kreuzprediger die Ermahnung zurAnnahme des Kreuzes mit erneuter Thätigkeit fort. InDeutschland ermahnten damals zur Wallfahrt nach Jeru-salem außer andern Predigern vornehmlich in den nörd-lichen Gegenden der Bischof Friedrich von Halberstadtund der Meister Conrad von Marburg, und in den obernLändern der Meister Salomo von Würzburg Um inFrankreich die Bemühungen der Kreuzprcdigcr zu unter-stützen, sandte Jnnocenz in dieses Reich den ErzbischofSimon von Tyrus, welchen er zugleich bevollmächtigte,den Schwachen oder Armen, welche das Kreuz genommenhatten, die Vollziehung der Meerfahrt zu erlassen unddafür andere Verpflichtungen aufzulegen, durch welche siedem heiligen Lande sich nützlich machen könnten- DerErzbischof erfüllte den päpstlichen Auftrag mit großemEifer und wohnte auch der Synode zu Melun im Jahre1216 bcy^), auf welcher außer verschiedenen Angelegen-

7) IVlLIILL 1. 0. I?. 1057 1023 «S. Bell. II.

8) Oliron. Ilrsi». a. 1217.s) Ueber die Svnove zu Mclun