Druckschrift 
6 (1830) Geschichte der Kreuzfahrten nach dem gelobten Lande während der 1. Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10 Geschichte dev Kreuzzügc. Buch VII. Kap. I.

damals zu Gebote standen, allen Bedürfnissen seines be-drängten Reiches zu genügen. Die Noch des heiligenLandes fand indeß in dem Abendlande einige Theilnahme,und nicht nur der Mildthatigkeit des Papstes Jnnoccnzverdankte Amalrich eine Beihülfe zum Wicderbau der zer-störten Mauern von Tyrus ^'), sondern auch ein großerTheil der von dem Krcuzprediger Meister Fulco vonNeuilly gesammelten reichlichen Almosen wurde für dieWiederherstellung der durch das Erdbeben beschädigtenStädte des gelobten Landes bestimmt Die in derGefangenschaft der Christen befindlichen Muselmänner wur-den zur Arbeit an solchem Baue angehalten; und unterden Muselmännern, welche an der Wiederherstellung derBefestigungen von Tripolis damals arbeiteten, war auchder berühmte persische Dichter Sadi aus Schiras, welcherin eine einsame Gegend bcy Jerusalem sich begeben hatte, umin der Nähe dieser heiligen Stadt als Einsiedler zu leben,und dort in die Sklavcrcy der Christen gerathen war, späteraber von einem vornehmen Freunde aus Haleb mit zehnGoldstücken lvsgckauft wurde "). Auch die jüdischen Be-

rn) Eesch. der Kreuzz. Buch VI.Kap. 2. Anm. Zo. S. yo.

22) Ebendas. Bach VI. Kap. r.E. ivü. und daselbst Am», rz.

2Z> Sadi erzählt im Enlistan (eax. 2.est. Lcntius x. Ig6 lgg.) dasSchicksal, welches ihn damals traf,also:Als ich dcS Umgangs mirmeinen Freunden zu DamaScuS müdegeworden war, so begab ich mich indie Einöde von Jerusalem und lebtevertraulich mit den wilden Thiercn,biS ich eines TageS Gefangener derFranken wurde, welche mich an demGraben von Tripolis mit Juden ar-beiten liegen." Dort erkannte ihn

ein vornehmer und reicher Freundaus Haleb, kaufte ihn loS mit zehnGoldstücken (Oiiuir) und nahm ihnmir stch nach Haleb, wo er ihm seineTochter mit einer Ausstattung vonhundert Dinaren zur Gattin gab.Mit ihr lebte aber der Dichter nichtin besonderer Eintracht, und ste machteihm eines TageS in einem ehelichenHader die Befrcyung aus der Gefan-genschaft durch ihren Water zum Vor-wurf, indem sic sprach:Bist dunicht derjenige, welchen mein Watermit zehn Goldstücken auS der Ge-fangenschaft der Franken loSgekauftHai?" worauf Sadi antwortete:O