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Deutsche Privatbricfe des Mittelalters.
mir nichts: ir nemt mir Mol. Mein sweher hat mir das heftlin genomen,das man mir vermorgengabt hat, und eins dafür geben, ist nit das zehcndteil so gut. Man schanckt mir 100 gtilden: ich layhe uns, er gibt mir nichtswider. Mein Vater gab mir 200 gülden zu zerung, die sind hindurch. IchHab nichts anzuthon: soll ichs meinem Vater schreiben? Das thn ich nit gern,ich schein michs. Auch mocht es Unwillen gebcrn, lind gedeiht villeicht, ich ver-dicnets. Ir flacht mir die hofmcinsterin ab: so bin ich jung und töricht undivays mich nicht so wol zu halten, als ich gern thet. lind bit euch, ir helft,damit ich und die mir zugehvrn, nicht mangeln an klehdung oder annderm,nach zimlichkait zu einer ycdcn zeit versehen werd nach meinem stat und einzimliche zubus Hab, das ich nit all tag gehlen bedorff vor der thur. Dannich will sicher thon als ein gehorsame tochter nicincm Herrn, auch meinemgemahel in allen zimlichen sachen, wo ichs verstee. Des last mich nicht ent-gelten! Ich bin unterweist, so ist mein Herr jung: so bin ich nit hupscher,dann ir mich sehet, und wolt, ich wer, das ich im als wol gefiel, als er mir,solt das nicht in im sein. Sv ist mein swiger kramt, und wo mir mein sweher
empficl,') so wer es mir swer.Ir versiert, das cs also kein gestalt
hett. Wann ich die Hes^) von mir liyß, ir liest mich nackend gecn bei der weise."Und sag ine, was dein gebrechen sind an slehern, an undcrrucken, an Hemdenund andernl, was dir gebricht. Nymm dein hofmcinstcr darzu und bit ine,das ers rede. Und ob ers nit wol kondt, so ihn es selber. Du bedarffst diewort nit alle reden. Sag sovil, als dir not ist, ans der Mahnung uf dasknnrzst. Und was dir begegent, las unns wissen. Doch thn es nicht vor ostern,das die junckfrauen, die hie gewesen sind, nicht vcrmerckt werden! Auch kommenunser rete in der osterwnchcn dar, den leg die Mahnung für, als von vir selbs.Und in allweg so gedcnck unser gegen nhmants! Nach dem allem Hab dich zurichten. Dann es wer nicht für dich, das man went, es gieng durch uns nochzur zeit, nachdem du vor nichts davon geredt hast, und svlst es an uns brachthaben. Dann man versehe sich wol, es wer von den dein an unns gelangt.Will es aber nit helffen, so wollen wir selber darinnen handeln auf dasfreuntlichst, doch das du kein Mangel habst.
Sust bis fromm, anders wir helffen dir mit nichtc! Wenn du aberfromm pleibst und nicht hülst und deinem sweher und swiger, auch deinemmann und seinen geswistereytcn in zimlichkeit thust, was ine lieb ist, und dichvor wort hütest, so wollen wir dich nit lassen. Des bis vn zweifel, wi^) dirnot geschieht in zimlichen sachen. Aber des ubernhm dich nit und forder bestermhnder nit, anders sie geben dir garnichts. Damit bis got befolhen! DatumOnolzhach an Mittwoch nach judica.
b betteln. °) sich entziehen, wortbrüchig werden. Weitere Ausführung ihrer Klagen. «) DaSscheint die ihr entzogene Hofmcisterin zu sein. Das Wort scheint nicht ausgeschrieben zu sein.