6gi Geschickte der Kreuzzüge. Buch II. Kap. XXXII.
2^r. <>s wurde daher die Belagerung einer Höhle jenseit des Jor-dans beschlossen, welche an dem Abhänge eines steilen Ber-ges vom Gebirge Gilead über einem tiefen Abgrund befind-lich, von räuberischen Arabern besetzt und befestigt wordenwar. Diese Räuber ließen durch listige und des Landeskundige Gesellen jede Gelegenheit erspähen, wo Mangel anWachsamkeit der Christen leichten Raub hoffen ließ, unddurchzogen dann, solche Gelegenheit benutzend, das Landmit Raub und Mord.
Während die meisten der streitbaren Männer des Reichs,welche noch seit dem schrecklichen Tage bey Monsferrandusübrig waren, mit dem Grafen Dieterich.diese Höhle, so viel ^der Ort erlaubte, umlagert, die Zugänge besetzt hielten unddie eingeschlsssenen arabischen Räuber mit allerley Belage-rungskünsten ängstigten, da kamen einige Türken über denJordan in das unvertheidigte Land, durchstreiften die Ge-gend von Jericho längs dem todten Meere bis nach Tekoa,der Prophctenstadt, und weil der größte Thcil der Männervon Tekoa auf die Kunde von der Annäherung der Ungläu-bigen mit Weibern und Kindern und ihrem Vieh in die naheHöhle Odolla geflohen waren, so bemächtigten sie sich ohneMühe dieser Stadt, erschlugen das wenige wehrlose Volk,welches sie noch fanden, und raubten, was in den Häusernvon den geflohenen Einwohnern war zurückgelassen worden.
Als das Geschrey nach Jerusalem kam, daß die Prophetcn-stadt von den blutdürstigen Türken Verwüster und geplündertwerde, so rief Radulph von Craon, Meister der Templer, ^
welcher damals eben von Antiochien zurückgekommen war, !
ungesäumt seine Brüder zu den Waffen, sammelte die Fuß-knechte, welche in Jerusalem zurückgeblieben waren, undzog gen Tekoa. Bernhard Bacher, ein Ritter vom Hause