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2 (1813) Das Koenigreich Jerusalem und die Kämpfe der Christen wider die Ungläubigen bis zu dem Verluste der Grafschaft Edessa und dem Kreuzzuge der Könige Conrad des III. und Ludwig des VII im Jahre 1146
Entstehung
Seite
678
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I. Chr.1133.

678 Geschichte der Kreuzzüge. Buch II. K a p. XXXI.

Sobald der Graf sich wieder in seiner Herberge befand,ließ er unverzüglich und insgeheim unter dem Wolke dasGerücht ausbreiten, Antiochien sey in der eben getrenntenfcyerlichen Versammlung der Barone vor dem Throne desKaisers Johannes an die Griechen verkauft, die Burg ihnenschon übergeben; alle Antiochier, fränkischer Abkunft, soll-ten gezwungen werden, auszuwandern und Habe und Gutzu verlassen. Wuth und Verzweiflung wurde, wie Joscelinvorher gcsehn, durch diese Nachricht in den Gemüthern desVolks, entzündet, alle lateinischen Männer griffen zu denWaffen, der Aufruhr tobte in allen Straßen. Der GrafJoscelin, angstvoll und erschrocken sich stellend, bestieg seinRoß, eilte zu dem fürstlichen Pallast, drang ungestüm indas kaiserliche Gemach, warf sich vor dem Kaiser auf dieKniee, und als dieser betroffen ihn nach der Ursache solcherKeckheit, wider alle Sitte unangemeldet sein Gemach zu be-treten, fragte, begann der schlaue Graf die lügenhafte Er-zählung, wie das Volk mit wildem Ungestüm vor seine Her-berge gekommen sey, ihm unter fürchterlichen Schmähungenals dem Verräther der Stadt und Mörder des Volks Todund Verderben gcdrohet habe und wie er, da schon dasHaus erbrochen worden, kaum der Wuth des Volks ent-flohen sey. In demselben Augenblick, da Joscelin nochredete, drang das Lärmgeschrey des tobenden Volks zu denOhren des Kaisers; mehrere von dem kaiserlichen Gefolge,welche in den Straßen von den Pferden gerissen, beraubtund mit Schlägen mißhandelt, nur durch Ergebung in denWillen des wüthenden Pöbels dem Tode entgangen waren,flohen in Verwirrung und Angst, in den Pallast, klagtenjammernd über ihre Wunden und die schreckliche Mißhand-lung, welche sie erlitten, und erzählten, wie andre griechi-