Druckschrift 
2 (1813) Das Koenigreich Jerusalem und die Kämpfe der Christen wider die Ungläubigen bis zu dem Verluste der Grafschaft Edessa und dem Kreuzzuge der Könige Conrad des III. und Ludwig des VII im Jahre 1146
Entstehung
Seite
661
Einzelbild herunterladen
 

König Fulco.

661

nehnilichc auch in der Moschee des Sultans geschehen war, 2,Ar.so versammelten sich bald alle Bürger und Soldaten vonBagdad vor dem Pallast des Sultans, weinend undschreiend und um Hülfe wider die Feinde des Islam flehend.

Als nun der Sultan durch den Ungestüm des Volks geschreckt,nach der Ursache solches Schrcyens und Wehklagens fragte,so ward ihm gemeldet, daß das Volk mit Aufstand und Em- Xpörung drohe, falls er nicht Truppen zum Kriege wider dieChristen in Syrien ausscnde. Darnach ließ er mich rufenund ich begab mich zu ihm, nicht ohne Furcht, doch festentschlossen, die Wahrheit nicht zu verbergen. Der Sultanredete mich also an, da ich vor ihn trat: Lieber Kadi, wassoll dieses Ungestüm bedeuten? Ich antwortete: Die Leutetoben also aus Furcht vor Verderben und Untergang, undvhneZweifel weiß der Sultan nicht, wie nahe ihm die Feindedes Glaubens sind, nur die Reise Einer Woche noch enr-fcrnt; und wenn sie Halcb bezwungen, so werden sie auchüber den Euphrat und weiter kommen; durch keine Stadt istdann Bagdad mehr geschützt. Als ich auf solche Weise ihmdie Gefahr so lebhaft geschildert, daß er sie schon mit seinenAugen zu sehen glaubte, so sprach er: Entferne doch dasVolk und nimm von den Truppen soviel du willst und führesie nach Syrien; Verstärkungen sollen Nachfolgen. Hieraufbegab ich mich alsbald zu dem Volke, berichtete, was ge-schehen und gebot allen, sich zu entfernen, was ohne Ver-zug geschah. Dann wählte ich zehn tausend Mann aus denTruppen aus, meldete meinem Herrn, daß ich diese nun-mehr zu ihm führen könne und erbat mir seine weitern Be-fehle. Sobald sein Befehl, die Truppen nach Syrien zuführen, mir gebracht war, so bemühte ich mich eifrigst, dieVollziehung desselben zu beschleunigen und führte die