König Balduin II. ;*7
Leistung dessen zu bewegen, was sein Schwur und seinePflicht ihm gebot.
Diese Unterhandlungen waren noch nicht abgebrochen,als der König Balduin, gegen seinen Eid, mit dem EmirDobais uud dessen Beschützer, Ebn Salem, ein Bündnißfür die gemeinschaftliche Belagerung von Haleb schloß, inwelchem unter andern festgesetzt wurde, daß die Stadt Ha-leb, wenn ihre Eroberung gelänge, dem Emir Dobais, diein der Stadt befindliche Beute aber und einige zum Fürsten-thumc von Haleb gehörige Städte den Christen zufallen soll-ten. Hierauf setzte sich Dobais sogleich gegen Haleb in Be-wegung , wurde aber bcy Mardsch Dabek von Timurtasch,der ihm, ohne von seiner Verbindung mit den Franken zuwissen, entgegenzog, in die Flucht geschlagen. Hernachbegab sich Timurtasch, da er das Bündniß des Dobais mitdem Könige von Jerusalem vernommen, zu seinem Bruder s.Sexr.Solaiman, um ihn zu gemeinschaftlichem Widerstande widerdie verbündeten treulosen Christen und abtrünnigen Musil-männer zu bewegen. Jndeß setzte er die Unterhandlungenmit dem Könige Balduin fort, bis ihm seine Boten die Nach-richt brachten, der christliche König habe unabänderlich denKrieg beschlossen, und sey mit der fränkischen Macht schonbis Artasia gekommen. Bald hernach vernahm auch Timur-tasch, daß der König Balduin nach der Verwüstung desLandes am Flusse Kovaik, sich vor Haleb gelagert habe ^).
Nicht lange nach Balduin erschienen vor Haleb auch derGraf Joscelin und der Emir Dobais mit ihren Scharen, 'welche von Tellbascher ihren Weg durch das Thal von Buzaagenommen, und das ganze Land, besonders die Baumwol-len- und Hirsenfelder so verwüstet hatten, daß die Musel-
4) Am 26. -es' Monates Schabern — 9. Sept. 1124.