König Balduin.!!. ;n
gesiattel werden sollte, entweder in der Stadt gegen ein bil-liges Schutzgcld zu bleiben oder mit ihren Weibern und Kin-dern und allem Habe abzuzichen. Aber nicht nur die ge-ringen und armen Pilger, sondern selbst viele Ritter, welchein Tyrus große Beute zu gewinnen gehofft hatten, warenmit diesem Vertrage so unzufrieden, daß fast, als das ersteGerücht von friedlichen Unterhandlungen der Fürsten mitden Tyriern sich verbreitete, ein Aufstand gegen die Fürstenausgebrochen und die Belagerung aufgehoben worden wäre.Nur kaum wurden die Unzufriedenen durch das eindringlicheZureden der Fürsten besänftigt.
Am sieben und zwanzigsten Tage des Zunius wurde denPilgern die Stadt Tyrus geöffnet, und ein freundlicher Ver-kehr begann sogleich zwischen den Christen und Muselmän-nern. Die Tyrier gingen, der wicdercrlangten Freyheit sichfreuend, aus der Stadt, betrachteten voll Erstaunen daskräftige Volk/ von welchem sie überwunden worden, die gro-ßen Belagerungsthürme und das furchtbare Geschütz, diemannigfaltigen Waffen und Rüstungen und deren glänzendeZierrathe und die treffliche Umwallung des christlichen La-gers und forschten begierig nach den Namen der christlichenFürsten und Ritter. Die Pilger begaben sich, froh des ge-lungenen schwören Werks, in die reiche Stadt, und wurdendurch die Größe und Pracht der Häuser, die Festigkeit undDauerhaftigkeit der Mauern, die Herrlichkeit des Hafensund den Reichthum der Waarenlager in Erstaunen gesetzt.Selbst diejenigen, welche Anfangs mit der friedlichen Ein-nahme der Stadt unzufrieden gewesen, priesen, da sie ihre Fe-stigkeit sorgfältig betrachtet, die Gnade Gottes hoch, der seinemVolke eine solche Stadt ohne große Arbeit verliehen, und wa-ren froh des lohnenden Bewußtseyns, daß sie zu so herrlichem
2. Ehr.1124.