König Balduin II. 507
durch ihr Beyspiel für eine kurze Zeit selbst Muth und Begei-sterung bey den reichen, sonst weichlichen und unkriegerischenTyriern ^). Die Christen erhielten bald neue Hülfe durchden Grafen Pontius von Tripolis, der mit seiner Miliz indas christliche Lager kam und die Brüder kräfriglich unter-stützte. Dagegen wurde den tapfern türkischen Streiternweder von dem schwachen ägyptischen Reiche noch von Tog-thekin Hülfe gebracht; die Wallbrüder wurden nicht durcheine ägyptische Flotte, nicht durch ein türkisches Heer ausDamascus im Erbauen und Ausrichten ihrer Maschinen ge-stört. Selbst das Reich Jerusalem, obgleich kein Rittermehr in der heiligen Stadt war, blieb ohne bedeutendenAngriff. Nur von der ägyptischen Miliz in Askalon wurdedie Stadt Jerusalem einige Male, doch ohne große Wirkung,beunruhigt. Einmal kam die ganze Miliz von Askalon vorJerusalem und erschlug acht in den Feldern und Weinbergenarbeitende Christen. Als aber die Bürger bewaffnet hervor-kamen und sich den Saracenen entgegen stellten, so wagtendiese, obgleich keiner zu Pferd unter den Hicrosolymitcnwar, gleichwohl nicht den Kampf, sondern zogen sich zurück,nachdem sie drey Stunden lang den Christen gegenüber ge-standen; und die Christen erbeuteten von ihnen auf ihrer eili-gen Flucht siebzehn Rosse, nahmen vier Saracenen gefangenund erschlugen deren zwey und vierzig. Ein andres Malkamen die Saracenen aus Askalon in das Gebirge von Ju-däa, überfielen die in der Nähe von Jerusalem gelegene
Lg) Oe Oamascenis egnires scxtiir-xcnti, gtii eiviini» nvinlidns, mol-et steiicatis, et in re militarinon mnlinin exereilatis, slti excin-xlo animos sst resletenäuin rnini-»tr»l,»nr". °VViUi. I^r. XIII. 7.
Diese Bemerkung, welche sich nurauf die Bürger von Tyrus bezieht,ist nicht auf die ägnptischc Besatzungauszudehnen, welche Tyrus ohneZweifel hatte, obgleich ihrer von Wil-helm von Tyruü nicht gedacht wird.
Z. Chr1124.