;o6 Geschichte d er Kre uzzüge. Bucht!. Kap.XXlV.
2. Cbr. rier die Botmäßigkeit unter den Christen der Tyrannei) derTürken von Damasciis vorigen.
Am fünfzehnten Februar lagerten sich die Venetianerund die übrigen Wallbrüder vor der Stadt und besetzten diebenachbarten Garten, nachdem sie ihre Schiffe in den Mee-resarm zwischen der Insel und dem festen Lande gebracht unddort ans Ufer gelegt hatten; nur eine Galeere ward zur Wa-che auf dem Meere ausgestellt. Dann sicherten sich die Wall-brüder durch Wall und Graben im Rücken ihres Lagers ge-gen unvermuthctcn Ucberfall. Hierauf begannen die Dcne-tiancr den Bau von verschiedenem Bclagerungszeug aus demHolze, das sie auf ihren Schiffen mitgebracht; der Patriarchvon Jerusalem, des Königs Stelle vertretend, und die Ba-rone des Reichs ließen einen hohen Thurm, höher als dieThürme von Tyrus, und viel andres Belagerungszeug er-bauen; auch die Tyrier erbaueten allerlei) Wurfmaschinenzum kräftigen Widerstand. Sobald die Maschinen der Chri-sten an die Stadt gebracht waren, so wurden die Mauernmit solcher Gewalt beschossen, daß der Staub des gespreng-ten Gemäuers gleichwie eine dichte Wolke die muselmänni-schen Streiter auf der Mauer den Auge» der christlichenKämpfer entzog; selbst die Häuser in der Stadt und ihreBewohner wurden von den hincmgcschleuderten Steinen zer-schmettert. Aber auch die Tyrier gebrauchten ihre Wurfma-schinen und Armbrüste gegen die Thürme der Christen so un-verdrossen und geschickt, daß die Wächter in denselben nichtsicher waren und keiner von außen den Thürmen anders alsim Laufe sich zu nähern wagte; besonders stritten die sie-benhundert türkischen Reiter, welche Togthekin zur Verthei-digung von Tyrus gesandt hatte, heldcnmüthig, beun-ruhigten die Christen durch häufige Ausfälle und weckten