Druckschrift 
2 (1813) Das Koenigreich Jerusalem und die Kämpfe der Christen wider die Ungläubigen bis zu dem Verluste der Grafschaft Edessa und dem Kreuzzuge der Könige Conrad des III. und Ludwig des VII im Jahre 1146
Entstehung
Seite
505
Einzelbild herunterladen
 

König Balduin H.

Die Belagerung von Tyrus mußte aber den Pilgern J-^r.schwieriger scheinen als die Belagerung der übrigen See-städte. Sieben Monate hatte diese feste Stadt einst dem gro-ßen Alexander widerstanden, nicht lange hernach vierzehnMonate der gefürchteten Belagcrungskunst des Antigvnus.

Schon als eine Insel, welche nur durch einen schmalen, vonAlexander dem Großen zur Belagerung der Stadt erbautenDamm, auf welchem kein Heer sich ausbreiten konnte, mitdem festen Lande zusammen hing, durch die Natur sehr fest,war sie auch durch die Kunst stark befestigt worden. Einedreyfache Mauer, mit einer so großen Zahl von Thürmenversehen, daß diese einander fast berührten, schützte dieStadt da, wo sie mit dem festen Lande verbunden war, undein schon über diese Landenge gezogener Graben durfte nurdurchstochen werden, um auch diese Seite unzugänglich zu ma-chen ; an den übrigen vom Meere bespülten Seiten war schoneine doppelte Mauer ein hinlänglicher Schutz. Die Stadthatte nur ein einziges Thor, welches auf den Damm führte.

Auch hatte der ägyptische Chalife aus Alis Nachkommen-schaft, um Tyrus seinem Reiche zu erhalten, den Schutzdes dem abbasidischen Chalifen treuen Athabek Togthekin zuDamascus dadurch gewonnen, daß er ihm den dritten Thcilder Stadt abtrat ^). So gehorchte Tyrus zwey musel-männischen Fürsten, welche einander heftiger hassend, alsChristen und Muselmänner sich einander haßten, nur durchgemeinschaftliche Furcht zu einer Verbindung gegen die Chri-sten waren bewogen worden. Vielleicht widerstand Tyrusden Wallbrüdern deswegen kürzere Zeit und mit geringererTapferkeit als die andern syrischen Seestädte, weil dieTy-

ten Brunnens schon mit einer Vlcy-schnur von rrcnßig Fuß.

-7) wir IN. ry-r. IV. L.