König Balduin H.
48r
mitten unter schauderhaftem Würgen. Als Joscelin durchdie Mühseligkeiten der Reise und durch Hunger und Durstermattet, am Euphrat unter einem Nußbaum, bedeckt mitGesträuch und Gebüsch ruhte, fand einer seiner Gefährten,welche er ausgesandt, um ihm Nahrung zu suchen, endlicheinen armenischen Bauer, welcher Datteln und Traubentrug, und führte ihn zum Grafen. Joscelin aber, als eraus dem Gesträuch hervorkam, erschrak nicht wenig, da sichder Bauer vor ihm auf die Kniee warf, mit den Worten:„Gott grüße Euch, Herr Joscelin." »Ich bin nicht, erwie-derte Joscelin, derjenige, für welchen Du mich ansichst,aber Gott möge ihm helfen, wo er sey." Der Bauer aberbeharrre dabey, daß er den Grafen wohl kenne, bat ihn umsein Zutrauen und hörte mit inniger Lheilnahme die Erzäh-lung des Grafen von seinen Abenteuern. Auch war er aufJoscelins Ansuchen ungesäumt bereit, ihn nach Tellbascherz» führen, und dort bey ihm zu bleiben. „Ihr thcilkct mireinst, sprach der Bauer, freundlich von Eurem Brote mit,da mich hungerte, und ließet mich es vor Euch essen, jetztlaßt mich Euch Gleiches mit Gleichem vergelten." Da zognun auf einsamen und verborgenen Wegen der Graf mit desBauern ganzer Familie und allem Habe, seiner Frau, einemzarten Töchterlein, und zwey Brüdern; zwey Ochsen, eineEselin und ein Schwein war des armen Bauers ganzesBcsitzthum, und das letzte mußte noch zurückgelassenwerden, weil es nicht herbeygeholt werden konnte, ohnedie Nachbarn des Bauern aufmerksam zu machen. DerGraf ritt auf der Eselin und hielt des Bauern Töchter-lein vor sich. Mit freudigem Auge sah es der Vater und daJoscelin, als das Mägdlein schrie und ssch nicht besänftigenn. Banv, H h
I. C-r.
H2Z.