;io Geschichte der Kreuzzüge. B u ch II. K a p. XVIII.
samkeit anzuhören, damit ihnen ja keine Gelegenheit, keinVorwand zur Unzufriedenheit gegeben werde. Wie konntebey solcher ängstlichen Furcht Alexius sich würdevollbenehmen, wie es einem Kaiser geziemte! Nur durchein würdevolles, festes und vertrauliches Betragen konnteaber AlexiuS seinen Kaiscrthron aus diesen Gefahren retten;seine Aengstlichkeit, die eben so sehr Schwäche andcutete,als dasBewußtseyn böserAbsicht zu vcrrathcn schien, machteihn bey den Kreuzrittern so verächtlich, als seine größten»theilS heimlichen Gegenwirkungen gegen ihre Unternehmun-gen ihn verhaßt machten. Selbst die Pilger, welche ohneArgwohn und Feindschaft nach Byzanz kamen, wurden vondesto heftigerer Erbitterung ergriffen, je weniger sie dasängstliche Mißtrauen verdient zu haben meinten, mit wel-chem sie, welche einem so heiligen Werke sich geweiht hatten,von den Griechen empfangen wurden. Die Meinung, voneinem Wallbruder dem andern mitgethcilt,.wurde allgemeinherrschend, die Türken und die Saracenen seyn nicht soschlimme Feinde der lateinischen Christen als der Kaiser Ale-xius und die Griechen. Der Eid der Treue, welchen devKaiser von den Kreuzrittern nahm, konnte sein Reich wenigschützen, er gab den Rittern nur einen neuen Vorwand zumKrieg, wenn sie den oströmischcn Herrscher der Untreue gegensich schuldig glaubten. Vergebens gewann Alexius die Gunstund Freundschaft des AbteS Oderisiüs im Kloster auf demMonte Casino durch daS Geschenk eines prächtigen goldgewirk-ten Dorsal'S, welches dcr CuropalateS Johannes in deS Kai-sers Namen auf den Altar deS heiligen Benedict niedcrlegtc,so daß der Abt den Kaiser deS Verdienstes aller Werke derFrömmigkeit, welche von den Vätern zu Casino verrichtet