274 Geschichte der Kreuzzüge. Buch II. Kap. XVII.
aber bot sich eine trefflichere Gelegenheit dem unverdrossenenKämpfer dar, Herr von Apamea zu werden. Zwcy der ge-flohenen Söhne des Chalaf, Mosabbah und sein Bruderkamen mit hundert arabischen und türkischen Reitern zu Tan-kred und forderten ihn auf, sich der Stadt Apamea zu be-mächtigen. Hierauf kam er gleich nach dem Osterfeste wie-der vor Apamea und beschoß die Stadt aus mancherleyWurfmaschinen; aber erst als er sic ganz umwallt hatte, sodaß niemand mehr der Ausgang oder Eingang verstattctwar, zwang der Hunger den Abu Taher die Stadt zu über-geben, und Tankred gelobte, daß weder ihm noch den Mu-selmännern in Apamea irgend Leides geschehen solle. Nachdem gedachten muselmännischen Geschichtschreiber Kcmaled-din sott aber der christliche Fürst gegen den Abu Taher seingegebenes Wort nicht gehalten haben, und es soll dkm Ver-trage zuwider gewesen seyn, daß er, wie auch Albert vonAix erzählt, den Assasincn mit sich nach Antiochien führte undihm erst für ein Lösegeld die Rückkehr nach Haleb verstattcte.Albert von Aix behauptet dagegen, Tankred habe gegen denAbu Taher die Bedingungen des Vertrags vollkommen er-füllt, obgleich die Söhne des durch die Assasincn ermordetenChalaf ihn zu bereden gesucht, daß er einem so verworfe-nen Manne das gegebene Wort nicht halten möge; dennmehr als das Leben habe ihm Tankred nicht zugesagt. Dieverruchten Assasinen in Apamea, die Genossen des Abu Ta-her, welchen der Vertrag keine Schonung zusichcrte, über-ließ Tankred der Rache der beyden Söhnen des Chalaf "),
i8) Albert von Aix redet von;wey Söhnen des Chalaf, welchezu Tankrcd sich geflüchtet; K e m a -leddin nennt nur den Namen desEinen: Mosabbah.
19) Hi Lutem KUi . . . coinxli-ve« Lorlieri interimerriut. ^Ui.^4. v. Lz. Der Name der Assaflnenwar noch nicht zu Alberis Ohrengekommen.