2 ;r Geschichte der Keeuzzüge. Buch. 15. Kap. XV5.
Hanfart. Denn der Name Haschischl, mit welchem zu denZeiten der Kreuzzügc die Mitglieder jener verruchten iemae-litischen Mcuchclmörderrottc bezeichnet wurden, und worausdie Abendländer Afsasine bildeten, bedeutet bey den Ara-bern einen Mann, welcher durch den Genuß der HaschischsBegeisterung und Entzückung sich erzwingt Das Ge-heimiüß dieser Benutzung jenes Krautes leitet eine Sage ebenso als die gehcimuißvollen Lehren dcr Jsmacliten aus Indien,dem Lande der Geheimnisse, her ^). Dort sollen diejenigen,
21) Herr S i l o. de Sacy, wel-cher bey M irchond Len Name»H a sch i sch i in orientalischer Schriftfand, hat die angegebene Ableitungdes oft besprochenen Worts in demangeführten Iwi>i>orc in s. w. zuerstausgestellt. Dort finden sich auch diemeisten der Vcrmuthungcn, welcheüber die Abstammung und Bedeu-tung desselben aufgestellt worden,erwähnt. Es ist unbegreiflich, wieder Name Assasinc, mit welchem zuden Zeiten der Krcuzzüge die JSmae-Utcn sowohl von Christen als Sara-cencn bezeichnet wurden, so gänz-lich bey den Morgenländern sich hatverlieren können, und eben so un-begreiflich, daß schon der ErzbischofWilhelm von Tyrus die Bedeutungdes Namens nicht erfahren konnte.,, Ilos tam noslni, guam Sarrocni,sagt dieser im Forschen unermüdeteGeschichtschreiber, (uoscimus vuäecteciucno nomine) ^.s eisern osvoeanr". (XX. ZI. ) Daß der Ge-brauch der Haschischs bey den JSmae-liten späterhin gebräuchlich war, wis-sen wir aus Makrizi, welcher er-zählt, daß umS Jahr 7Y5. (n Ehr.iflSZ ) ein JSmaclit oder Mulhcd aus
Persien nach Aegypten gekommen scyund dort eine eigene Art von mit Ho-nig, Mandragorablättern und an-dern Spccics zu einem Teig oderSyrup (Okda) zubcrcitctcr Haschischsheimlich zum Verkauf ausgebotenhabe, welche vielen Beyfall gefun-den. (Llrrc-st. an. xar Idlr. 8. stcSa 07- x. izo.) Die Anwendung je-ner Hanfart zu Berauschung, beson-ders bey den Fakirs und andernSchwärmern, findet sich am aus-führlichsten berichtet in einem Aus-zugs aus Makrizi'S Beschreibungvon Aegypten und Cajro in Silv.
Sie heißt daher eigentlich'Haschi-sch a t h 0 'l F 0 karae d. i. Kraut derFakirs, und der gewöhnliche NameHaschischs ist nur eine Abkür-zung. Wie sehr noch jetzt der Ge-brauch der Haschischs mit allen ver-derblichen Folgen im Morgcnlandeund vorzüglich in Aegypten herrscht,ist aus den Nciscbeschrcibungen undvornehmlich aus den Nachrichten vonder französischen Besitznahme Aegyp-tens bekannt.
20) Makrizi a. a. S. S. 121.