König Dakduin l. 247
unter täuschendem Schein, bald als Kaufmann, bald alsMönch, bald unter anderer Verkleidung, ja selbst unter derMaske der Freundschaft und Anhänglichkeit nachspähend,erwürgte er den Auserschencn oft da, wo dieser am wenig-sten Gefahr besorgte, nicht selten mitten in der schützendenBegleitung zahlreicher Bewaffneten. Wer auch dem Dolchedes Einen ausznweichcn wußte, was half es ihm? DerDolch Eines unter den vielen traf dennoch und selbst dieFeindschaft und Veruneinigung solcher, welche gemeinschaft-lich zu einem Morde ausgesandt wurden, schützte nicht gegenx ihre Dolche; jeder suchte für sich allein die Gelegenheit zurAusführung des gebotenen Mordes und benutzte sogar denHaß und die Verfolgung des feindlichen Genoffen, umheuchlerisch bey dem, welchen er zu ermorden gelobt, Schutzund Veystand zu suchen und ihn dann, wenn er auf Dank-barkeit rechnend, keine Nachstellung fürchtete, desto gewisserzu erreichen
Aus den kräftigsten ismaclitischen Zänglingen bildetesich der Scheich die furchtbare Rotte der Assasincn
15) lao. sie Vit. <1. a. O. Merk-würdig isr die Geschichte der Ermor-dung eines Königs von Nubien durcheine» Jsmaeiitcn, in der GeschichtedeS Sultans Kelawun bey Q.ua-t r e m e r e (ltlom. göogr. V. II. S.in.). Der Sultan Bibars von Ae-gypten (v. 12Ü0 — 1277.) schickte ver-schiedentlich den Atlas,nen Selamahan de» König Meschkcdet von Nu-bien, mit dem Gebot, dem Königezu verbergen zw welcher Sekte er ge-höre. Aus einer dieser Reisen ver-uneinigte er sich mit einem jungenJsmaelicen (einem Lazik, s. An,».>7.) welcher ihn begleitete; dieser
trennte sich von ihm, begab sich zu den!Könige von Nubien und gewann des-sen Vertrauen so sehr, daß er vonihm zum Sslahdar ernannt wurde.Aber eines LageS, nlS or mit demKönige am Tische saß, siel er überihn her und erstach ihn mit seinemDolch. Der Meuchelmörder entzogsich dem verdienten Tods nicht.
17) De»» Assasincn sind gewiß vonden Ismaeliten oder Batcni -te» als Theil vom Ganzen zn un-terscheiden, so wie auch Jacobvon V itry und Marco Polom,r oon einer Anzahl kühner Jüng-linge unter den Jsmaeliien reden.