König Balduin I. 217
Mißhandlung beschimpften. Aber es gelang den Pilgern,diesen Thurm zu stürzen. Die fromme Legende, den Glau-ben und das Vertrauen der Christen auf die Kraft des Ge-bets zu Gott und des heiligen Kreuzes beseitigend, berichtete,daß der Thurm, in welchem jene Gotteslästerer gewesen, aufdas Gebet des Königs und des Volks zu Gott, die Lästerungdes Kreuzes nicht ungeahndet zu lassen, plötzlich ohnemenschliches Zuthun niedergestürzt sey. Die einbrcchendeNacht hinderte jedoch die Christen durch die von dem Falledes Thurms entstandene Oeffnung der Mauer cinzudringen,sie waren aber dev Eroberung der Stadt schon so gewiß, daßder Canzler Arnulf eines dem Einsturze nahen Thurms zuschonen rieth, weil seine Wiederherstellung mehr als zweytausend Byzantien kosten werde. Gleichwohl wurden amfolgenden Tage alle ihre Hoffnungen vernichtet, da eineägyptische Flotte von fünfzig Galcen und acht dreyrudrigcnSchiffen, welche bisher durch widrige Winde zurück gehaltenworden, in Verbindung mit mehreren tripolitanischen Schif-fen anlangte, die Pilgerflotte, welche ihr entgegen gefahren,in die Flucht schlug und mit starker Gewalt den Hafen ge-wann. Obwohl hernach die Christen in verschiedenen Käm-pfen mit Hülfe des heiligen Kreuzes den Sieg über die Si-donier errangen, so verloren doch auch sie darin fünf hun-dert ihrer tapfersten Streiter, unter ihnen den unverdrosse-nen Ritter, Giselbert von Cujun. Darum, als die Nach-richt von Akka gebracht wurde, daß der Athabek Togthekinvon Damaskus mit fünfzehn tausend Türken zum Beystandevon Sidon im Anzuge sey, sandte Balduin alle Verwundetenach Akka, verbrannte in der Nacht das Velagcrungszeugund zog selbst am frühesten Morgen über! das Gebirge, woer mit der Ebcrjagd sich ergötzte, ebenfalls nach Akka. So