214 Geschichte der Kreuzzügc. Buch II. Kap.XV.
zu Joppe verweilt hatte»/ nacssAkka entbot/ erschienen sieauf ihren Vnzen/ welche mit purpurrothcn Fahnen und mitseidnen Panieren geziert waren/ in freudiger Hoffnung/ daßnun die Belagerung werde unternommen werden; Balduinaber verkündigte ihnen seinen Entschluß/ die Belagerung vonSidon zu verschieben / da er des Beystandes von Hugo unddessen Bruder Gerhard/ der bald nach Hugos Märtcrtod ge-storben war/ entbehre/ und die Pilger verließen betrübt dasheilige Land. Balduin begab sich vowAkka nach Liberias,und bezahlte mit dem Saraccnengelde seinen Rittern, waser ihnen schuldig war.
Bald aber gereute es den König/ daß er die günstigeGelegenheit/ Herr von Sidon zu werden oder doch die Stadthart zu züchtigen / ungenützt verloren. Denn noch hatte erLiberias nicht verlassen / als die Kunde von der Treulosig-keit der Sidonier im Lande erscholl. Sic hatten sich mitdenen von Askalon/ Tyrus und Berytus verbunden/ umJoppe und Ramlah zu erobern/ und überfielen sieben tausend^okt. Mann stark am Feste des heiligen Dionysius auf der Ebnezwischen Arsuf und Ramlah eine Schar wandernder Pilger,tödtcten deren fünfhundert und zogen gen Ramlah. Der RitterBalduin / welcher mit sieben andern Rittern in dieser Stadtwar, nahm sogleich mit seinen Waffengcfahrten die Fluchtgen Joppe und meldete dem Ritter Rotger von Rosset, Vurg-hauptmann von Joppe, den Anzug eines großen saraceni-schen Heeres. Der kühne Rotger aber, durch solche Kundenicht geschreckt, gingunverweilt mit allen Rittern und Fuß-knechken, welche in Joppe waren, den Feinden entgegen,und traf bald einige saracenische Reiter an , mit welchen denganzen Tag gekämpft ward, bis sie in verstellter Flucht nachund nach zurückwcichend die christlichen Streiter in das Ge-